Benutzer:Ubeier

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Version vom 19. Februar 2017, 12:08 Uhr von Ubeier (Diskussion | Beiträge) (abl Familiennamen im Raum Weißenburg - 9. Slawische Namen und Literatur zu den Familiennamen)
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über mich

Jahrgang 1941, in Weißenburg seit 1971; verheiratet, zwei Söhne, vier Enkel

im Ruhestand, vorher Studienrat an der Realschule Weißenburg


bereits bearbeitete Themen

2011: Altmühl, Brombachsee, Igelsbachsee, Hahnenkammsee, Schwäbische Rezat, J.Lidl, Fr. Liebl, 2012: Dr. Otto "Leo", FLeppa, E.Model, Ergänzung Dettenheim u. R. Nebel, Friedrich-Ebert-Str., J.Schieder, G.Demel, Anlauter, 5 Artikel v.H. Spitschka, Rennweg, SL WUG, Wohnstättennamen, Wülzbg.-Gedenkst., Heimatbücherverz., Bahnhofstr., Karl IV., Landschaftsbild, 4 Artikel Mundart (Mertens), 2013: 3 Artikel über die Schambach, HNavratil, StHedwigMB, Erzgeb.stub. GUN, OBSchwirzer, Hist. Stammtisch (40), Exulantennamen, WUG-SEB, OStiepak, RainMesserer, Bombard. Wßbg., 5 Zeitzeugenberichte (50), Papp.Ehrenbg., Ergänzg. Wßbg.Bgm., AlBinkert, JohMertens, TreuchtlMöhrenb., EBW, StrN m. Bez. zu Vertreibg., Schulzentrum, Stichvillapark, E.-Schulhoff-Str. (60), Einwohnerzahlen aktualisiert ab 1960, Patensch., 2x RSWUG, AHochmuth, MWenz, Wßbg. FlN 1-4 (70), RJoppien, JZörkler, Gesch. Bez. WUG-Sudeten, 3x Europ. Hauptwasserscheide, 3x Name Wßbg. eur. Vgl., MRaab (80), JMang, FEigler, WBlendinger, Namensvett. Bergen, Ellingen, 2 Nennsl. Kirchen, Treuchtlg.-Mahnm., Wehrkirch., 2014: JosReinfuss (90), Stadtmauer 19.Jh., Stadtm. 1950-2014, HSturm, HMeier, WLangenf., FrSchäfer, Neudf., Stadtweiher, BBuff, Muhr-St. Walbg. (100), Stadelh., -Namensv., Markh., Seeweiherm., Spitalk., Kirchenbaut.(3), Ergänz. AmHof, 2015: Silberm. (110), Galgenb.4x, JNachtmn., Mesnerh., Brbg.Hof, Zehenth., Ludw.hö., H.Kaad. (120), RegKryw., Kath.Bg., SWillib., Kl.Wßbg. Baustilk. (11 Artikel), Fachw.6x (140), Erg. BlHaus, Schöna, AndrOrgel, AMöd (Okt. 2015)(m.eigens im Inhaltsverz. vermerkten Untertiteln b. d. Weihern, Pappenh. Ehrenbürgern usw. 170 (Dez. (2015), NeuesH., Stichv., UrsGräf.Papp., Dr20. 10 Fam.nam. (184 Artikel Feb. 2017)

Beispiel: Fotoanordnung


Quellen:

BEIER, Ulf: Von der Höll- zur Paradeisgasse, Straßen- und Wohnstättennamen in Weißenburg, 2. Auflage, Weißenburg 2000, S. 33

abcKonfessionsbild

Auf der Nordseite der Kirche findet sich mit dem Konfessionsbild eine Besonderheit, die an die "Confession Augustana" erinnert. Das Bild zeigt als Mittelstück die liturgischen Handlungen der evangelisch-lutherischen Kirche sowie als linke Seitenbilder die alttestamentarischen Szenen Passahmahl und Auszug aus Ägypten, rechts das Abendmahl mit Jesus und darunter, die Überreichung der Confessio Augustana auf dem Augsburger Reichstag von 1530: Der Kurfürst von Sachsen übergibt zusammen mit den Vertretern von fünf weiteren Reichsfürsten und von sechs Reichsstädten Kaiser Karl V. die Bekenntnisbücher. Unter den Vertretern der Reichsstädte ist auch der von Weißenburg. Neben dem Weißenburger Konfessionsbild gibt es nur noch fünf in evangelischen Kirchen Bayerns. Ein ähnliches Bild befindet sich auch in Augsburg in dem Raum, in dem der Reichstag stattfand. Das Bild in Augsburg ist nicht öffentlich zugänglich.


abk Familiennamen im Raum Weißenburg - 8. Namen der Heimatvertriebenen

8. Namen der Heimatvertriebenen

Nach dem 2. Weltkrieg mussten 14 Millionen Deutsche im Osten ihre Heimat verlassen. Wenn auch zwei Millionen dabei ums Leben kamen, so haben doch die meisten überlebt und 9.790 davon kamen nach Weißenburg und den Altlandkreis. Sie machten 1950 bei der Volkszählung 19,4% der Wohnbevölkerung aus und sie brachten – wie seinerzeit die Exulanten – natürlich auch ihre Familiennamen mit, die uns täglich begegnen, auch wenn heute die Mobilität der Menschen wesentlich größer ist als nach dem 30-jährigen Krieg. Neben Müller, Schmidt, Fischer usw. gibt es auch typisch ostmitteldeutsche Namen, denn die größte Gruppe der Heimatvertriebenen waren die Sudetendeutschen (5.500) und Schlesier (2.450).

Solche Familiennamen sind z. B. Rufnamen mit den Endungen -el: Seidel (zu Siegfried), Jahnel) (zu Johannes), Reichel (zu Richard), Mandel (zu Hermann o.ä.), Demel (zu Thomas), auch gerne mit Umlaut: Jäckel, Jähnel, Kühnel (zu Konrad), oder der Endung -e: Dietze, Thiele (beide zu Dietrich), Franke, Heinze, Kunze, Schade (wem Schaden zugefügt wurde oder wer solchen verursacht hat); Namen mit der Endsilbe -er für starke Beugung: Langer statt Lang, Brauner statt Braun, bzw. der erweiterten Form mit -ert: Barnert (zu Bernhard), Schubert (= Schuhmacher, die Vorfahren von Franz Schubert stammten aus Nordmähren), Kunerth statt Kuhn, Teichert (am Teich Wohnender, auch Ortsname), Patzelt (zu Peter). Bei vielen Namen ist eine Vorliebe für Zischlaute feststellbar: Fritsche (zu Friedrich), Henschel (zu Hans), Kunisch (zu Konrad), Pietschmann und Pöschl (zu Peter), Mattausch (zu Matthias)...

Darüber hinaus gab es die sog. Sippennester, d.h. eine Anhäufung eines Namens in einer eng begrenzten Gegend, bei uns etwa die Namen Gempel in Holzingen und Emetzheim, Satzinger in Burgsalach, König in Weißenburg usw. So gab es im Egerland, also dem westlichen Teil Böhmens, besonders viele Klier (= Glüher, gemeint ist der Schmied), Felber (= Weide), Ott (zu Otto) oder Rossmeissl (Ort bei Karlsbad). Kreißl war im westböhmischen Teil des Erzgebirges weit verbreitet.


Aber auch eine größere Anzahl der Menschen, deren Wurzeln im ehemals deutschen Osten liegen, hat – bedingt durch den oft regen Austausch mit den slawischen Nachbarn und deren räumliche Nähe – auch tschechische oder polnische Familiennamen, so wie Tschechen und Polen millionenfach deutsche Namen tragen. Viele Namen wurden der deutschen Schreibung angepasst: Horwath (zu ung. Horvát = Kroate), Ribatzke (zu poln. rybacki = Fischer), Sawade (zu zawada = Hindernis) oder Wenzlik (zum Rufnamen Wenclik).

Diese Namen sind aber auch gleichzeitig ein Kennzeichen dafür, dass ein früherer Namensträger sich nicht mehr als Tscheche, Pole oder Angehöriger einer anderen Nationalität gefühlt hat, sondern bewusst als Deutscher. Deshalb hat er die Namensschreibung der deutschen Rechtschreibung bzw. Aussprache angepasst.

Literatur am Ende des letzten Artikels