Benutzer:Ubeier

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Version vom 23. November 2012, 20:06 Uhr von Ubeier (Diskussion | Beiträge) (Reinhard Schwirzer)
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über mich

Jahrgang 1941, in Weißenburg seit 1971; verheiratet, zwei Söhne, vier Enkel

im Ruhestand, vorher Studienrat an der Realschule Weißenburg

bereits bearbeitete Themen

Altmühl, Brombachsee, Igelsbachsee, Hahnenkammsee, Schwäbische Rezat, J.Lidl, Fr. Liebl, Dr. Otto "Leo", E.Model, Ergänzung Dettenheim u. R. Nebel, Friedrich-Ebert-Str., J.Schieder, G.Demel, Anlauter, 5 Artikel v.H. Spitschka, Rennweg, SL WUG, Wohnstättennamen, Wülzbg.-Gedenkst., Heimatbücherverz., Bahnhofstr., Karl IV., Landschaftsbild, 4 Artikel Mundart (Mertens), 3 Artikel über die Schambach, HNavratil

in Arbeit

St. Hedwig in Markt Berolzheim

Datei:St. Hedwig.jpg
St. Hedwig, Markt Berolzheim

Am 16. Dezember 1962 wurde die katholische Kirche St. Hedwig in Markt Berolzheim geweiht. Der Kirchenbau besteht aus einem gleichseitigen Fünfeck mit einem hohen Zeltdach. Der auf vier Säulen ruhende, freistehende Glockenturm bildet das Tor zum Gotteshaus.

1939 hatte Markt Berolzheim 955 überwiegend evangelische Einwohner, 1950 waren es 1506 Einwohner, davon 415 Heimatvertriebene (27,6%) aus dem deutschen Osten, vor allem Katholiken aus dem Sudetenland und aus Schlesien, für die ein Gotteshaus notwendig wurde. Wie in Dettenheim im Falle der Scheunenkirche St. Gunthildis, so war es vor allem den leidenschaftlichen Anstrengungen des damaligen Seelsorgers Kurat Gregor Schneid zu verdanken, dass der Kirchenbau vonstatten ging. Als Kirchenpatronin hat man bewusst die Heilige Hedwig, die auch die Schutzpatronin Schlesiens ist, gewählt, um die Verbindung zur alten Heimat vieler Gläubiger zu betonen. Dies kommt auch durch das farbenfrohe Glasmosaik von Max Wendl in der Wand hinter dem Volksaltar zum Ausdruck. Es zeigt die Heilige Hedwig und Darstellungen aus ihrem Leben. Sie wurde 1174 auf der Burg Andechs am Ammersee geboren und starb 1243 im Kloster Trebnitz in Niederschlesien. Sie gründete das erste Frauenkloster und das erste Hospital Schlesiens. Sie tat viel für Arme, Kranke, Gefangene und Studenten. Mindestens einmal hat sie einen Krieg verhindert. Die zahlreichen Schicksalsschläge ihres Lebens ertrug sie gläubig und gelassen. Insofern bot sie sich in vielerlei Hinsicht als Kirchenpatronin für die neu nach Markt Berolzheim gekommenen Gläubigen an, die in den ehemaligen deutschen Ostgebieten ihre Heimat verloren hatten. Der damalige Eichstätter Bischof Dr. Josef Schröffer meinte bei der Einweihung, mit dem neuen Gotteshaus möge den Menschen "eine religiöse Mitte und Heimstatt der Seele" gegeben werden.

Auch die Glocken der Kirche haben eine ungewöhnliche Geschichte. Sie sind nämlich wesentlich älter als das Kirchengebäude und wurden bereits im 17. und beginnenden 18. Jahrhundert gegossen. Im 2. Weltkrieg mussten die Kirchengemeinden - wie schon im 1. Weltkrieg - ihre Glocken abgeben. Sie sollten als kriegswichtiges Material eingeschmolzen werden und zur Rüstungsproduktion verwendet werden. Einer dieser Sammelplätze war in Hamburg. Aber nicht alle Glocken wurden noch eingeschmolzen. Viele von ihnen konnten jedoch nach dem Krieg nicht mehr eindeutig der ehemaligen Pfarrgemeinde zugeordnet werden oder gehörten zu Kirchen, die jetzt in von Polen oder der (damaligen) Sowjetunion verwalteten Gebieten lagen. Sie hatten also ein ähnliches Schicksal wie viele Mitglieder der Berolzheimer Pfarrgemeinde. Über Umwegen kamen solche Glocken schließlich nach Markt Berolzheim, wo ihnen ein solches Schicksal ein zweites Mal erspart bleiben möge.

1984 wurde die Kirche durch eine Explosion in einer benachbarten Scheune erheblich beschädigt.

2008 wurde ein zum Altar passender Steinamboss angeschafft.

2011 wurde der Kirchturm generalsaniert.

Seit 1976 gehört die St.-Hedwigs-Kirche zur katholischen Pfarrei Treuchtlingen und ist auch die Kirche für die Katholiken in Treuchtlingen-Wettelsheim. Die Pfarrgemeinde umfasst im Jahr 2012 570 Katholiken.

Weblinks

Markt Berolzheim - offizielle Homepage

Geläute der St.-Hedwigs-Kirche in Markt Berolzheim (YouTube)

Ehrenbürger der Stadt Pappenheim

Die Ernennung zum Ehrenbürger ist eine besondere Auszeichnung, mit der jedoch keine besonderen Rechte oder Pflichten verbunden sind. Die zu ehrende Person muss weder deutscher Staatsbürger, noch Gemeindebürger im Sinne der Gemeindeordnung sein, oder in dieser wohnen, sie muss sich aber in jedem Fall besondere Verdienste gerade um die Gemeinde erworben haben. Da das Ehrenbürgerrecht die Rechtsfähigkeit des zu Ehrenden voraussetzt, kann die Ernennung nur zu seinen Lebzeiten erfolgen.

Bisher wurden sechs Bürger und zwei Bürgerinnen Pappenheims zu Ehrenbürgern ernannt:


Hingkeldey, Johann Andreas Friedrich, er wurde im Juli 1878 erster Ehrenbürger, wegen seiner vierzigjährigen ersprießlichen Wirksamkeit". Er war Lehrer, Kantor und Gründer des regionalen Schullehrervereins. Von ihm ist u. a. "Predigt über Psalm 122 an der 100jährigen Jubelfeier der Kircheneinweihung in Solnhofen, gehalten am 21. Juli 1885"


Brebisius, Dr. Friedrich; geb. 18.. in ………….., gest. 1… in ……………… Ernennung zum Ehrenbürger am 9. August 1886 anlässlich seines 50-jährigen Doktorjubiläums. Er war seit 1854 Gerichtsarzt in Pappenheim, dann bis 1892 Bezirksarzt.


Deisinger, Dr. Wilhelm, geb. 18.. in Pappenheim, gest. … in .............; Ernennung zum Ehrenbürger am 1. März 1891 anlässlich seiner goldenen Hochzeit. Er war Gerichtstierarzt, im Gemeindekollegium, im Magistrat und im Armenpflegschaftsrat, bevor er als Landstallmeister nach Ansbach ging. Als rühriger Mensch brachte er sich in vielfältiger Weise ins Leben der Stadt ein. Die Deisingerstraße als Hauptgeschäftsstraße in Pappenheim erinnert an den großen Sohn der Stadt.


miniatur| Hans Rukwid, geb. 1861 in Mägerkingen / Württemberg, gest. 1944 in ……………..; Ehrenbürger seit dem 3. Januar 1922, 20-jährige Tätigkeit als Magistratsrat, Bürgermeister von 1914 bis 1932 und Mitbesitzer der Ofenfabrik Glöckel und Rukwid. In seiner Amtszeit wurde in Pappenheim u. a. der Ausbau des Krankenhauses, des E-Werkes, der Wasserleitung und der Straßen voran getrieben. An den Ehrenbürger Hans Rukwid erinnert heute die Bgm.-Rukwid-Straße, in der auch das Gebäude der vormaligen Ofenfabrik noch steht.


Hoechstetter Sophie, geboren 1873 in Pappenheim, gest. 1945 in der Moosschweige bei Dachau; Ehrenbürgerin seit 5. Juli 1933; Mitglied der traditionsreichen hiesigen Apothekerfamilie. Als Romanschriftstellerin und Dichterin vorwiegend romantischer Texte mit geschichtlichem Bezug fanden ihre Werke in ganz Deutschland große Beachtung und Anerkennung, auch wenn ihr Lebenswandel und Selbstverständnis wohl nicht ganz in die Strömungen der Zeit passten. Außerdem war sie Malerin. Der Sophie-Hoechstetter-Weg und das Hoechstetterhaus erinnern noch heute an diese bekannte Schriftstellerin. In einer Steintafel an der Grundstücksmauer ist eines ihrer feinsinnigen Gedichte verewigt."Kein Autor hat Frnaken so schön, so einfühlend, so eindrucksvoll geschildert wie Sophie Hoechstetter."[1]


Kipfmüller, Bertha Friederika, Dr. phil, Dr. jur.; geb. 1861 in Pappenheim, gest. 1948 in Pappenheim; Ernennung zur Ehrenbürgerin am 2.März 1946. Sie war eine deutsche Lehrerin, Frauenrechtlerin, Pazifistin und Privatgelehrte und wurde 1899 die erste Frau Bayerns, die zum Dr. phil. promoviert wurde. 1886 gründete sie in Nürnberg den „Mittelfränkischen Lehrerinnenverein“ als erste berufsständische Frauenvereinigung Bayerns. Im Jahr 1890 war sie eine der Mitgründerinnen des Allgemeinen deutschen Lehrerinnenvereins. Ferner gründete sie den Richard-Wagner-Verband deutscher Frauen und war außerdem Vorsitzende der Nürnberger Sektion des Vereins für das Deutschtum im Ausland (VDA). In Nürnberg kümmerte sie sich sehr engagiert um nach dem Versailler Vertrag aus Elsass-Lothringen und Polen ausgewiesene Deutsche und um die Deutschen im Sudetenland und Südtirol.

1935 kehrte sie nach Pappenheim zurück. In ihren letzten Lebensjahren baute sie in Pappenheim das Kulturreferat der Stadt auf. Anlässlich ihrer Ernennung zur Ehrenbürgerin wurde 1946 die Straße, in der sie wohnte, nach ihr benannt.[1]


miniatur|Wilhelm Kraft Kraft Dr. phil. Wilhelm, geb. 1891 in Pappenheim, gest. 1969, Ehrenbürger seit 5.August 1964; Oberstudiendirektor in Nürnberg mit ständigem Bezug zu seiner Geburtsstadt. Nach seinem Berufsleben zog es ihn wieder zurück nach Pappenheim, wo er sich als Historiker und Heimatforscher einen Namen machte und bedeutende Werke und Aufzeichnungen über die Geschichte der Reichserbmarschälle von Pappenheim machte und die Geschichte der Stadt in Arbeiten über das Augustiner-Eremitenkloster, die Kunstschätze in der Liebfrauenkirche, aber auch über Versteinerungssammlungen oder die Nadelherstellung anfertigte. Sein zentrales Verdienst ist es, die geschichtliche Bedeutung Pappenheims herausgestellt udn gefördert zu haben. Ihm zu Ehren ist der Dr.-Wilhelm-Kraft-Weg gewidmet.


Nestler, Georg, geb. 1892 in ................, gest. 1976 in ..................; Ehrenbürger seit 21. Dezember 1967; Mitinhaber der Strickwarenfabrik Hofana. Nach der Übergabe seines Betriebes an die Firma Dino Valiano gründete er zusammen mit seiner Frau Charlotte die Nestlerstiftung, durch deren Finanzkraft wurde das Altenheim "Georg Nestler Haus" in der Alexander-Beck-Straße eingerichtet. Zeit seines Lebens hat Georg Nestler die Alten und Armen unterstützt. Großzügige Zuwendungen hat auch die damalige BRK-Sanitätskolonne Pappenheim erhalten.[2]


H. Navratil
Navratil, Hans, geb. 1922 in Mährisch Trübau /Schönhengstgau, heute Tschechische Republik; Ehrenbürger seit 28. August 2012 anlässlich seines 90.Geburtstag, ehem. selbstständiger Fotograf, kam 1946 als Heimatvertriebener in den Raum Pappenheim; ehrenamtlicher Stadtarchivar mit außergewöhnlichem Engagement für die Erforschung und Aufarbeitung der Pappenheimer Geschichte, z. B. Erstellen einer Ortschronik von Zimmern zusammen mit dem damaligen Dorflehrer Walter Kunert, Systematisierung des Pappenheimer Stadtarchivs, Beginn der systematischen Erfassung der Bewohner der Pappenheimer Häuser. außerdem veröffentlichte er zahlreiche Schriften zur Heimatgeschichte, z. B. Pappenheim in alten Ansichten, Marschall-Friedrich Ferdinand, Graf von Pappenheim (1702-1793), und seine Mätressen, Die St.-Michaels-Kirche in Niederpappenheim, Die Chronik des Johann Martin Zuttel, der zweite Band Zuttel Zwo, Galluskirche Pappenheim mit Friedhof sowie fundierte Artikel im „Gemeindebrief" und kleinere Veröffentlichungen. Indem er in vielen Vereinen tätig ist, kommt sein unermüdlichem Einsatz für das Gemeinwohl zum Ausdruck.[3]


Weblinks im Internet:

[1] Dr. Bertha Kipfmüller

[2] Georg-Nestler-Haus

[3] Hans Navratil


ERZGEBIRGSSCHAU und WEIPERTER HEIMATSTUBEN in Gunzenhausen

Erzgebirgsschau 2.jpg

1988/89 wurden die »Weiperter Heimatstuben« und die »Erzgebirgsschau« im historischen Fachwerkstadel in der Patenstadt Gunzenhausen (neben der Stadthalle) eingerichtet. Dort findet man wertvolle Erinnerungsstücke an diese bedeutende Industriestadt im oberen böhmischen Erzgebirge, die unmittelbar an der Grenze nach Sachsen liegt. Sie hatte 1945 etwa 14.000 deutsche Einwohner, von denen 1945/46 etwa 13.000 vertrieben wurden, nur die Facharbeiter behielt man zurück. Die Einwohnerzahl nahm gewaltig ab. 2012 wohnten etwa 3.000 Tschechen und 400 Deutsche in Weipert (tschechisch: Vejprty). Gunzenhausen übernahm die Paten- schaft über die vertriebenen Deutschen aus Weipert und Umgebung und 1989 konnten die Weiperter Heimatstuben mit der Erzgebirgsschau eröffnet werden. Dort findet man neben zahlreichen alten Bildern, Fotos und Gemälden, Plänen und Dokumenten eine kleine Posamentenausstellung und Klöppelarbeiten sowie große und kleine erzgebirgische Holzschnitzarbeiten, Weihnachtspyramiden und eine wertvolle orientalische Krippe. Außerdem wird in vielen beweglichen Bildern die Passions- geschichte Christi dargestellt. Sehr eindrucksvoll ist die große »Erzgebirgsschau«, in der - elektrisch angetrieben - in liebevoll gestalteten Heimatlandschaften das Alltagsleben und ein Bergwerk gezeigt werden und durch viele kleine handgeschnitzte »lebendige« Märchenfiguren ergänzt (wie im oberen Bild zu sehen). Dieses ab 1926 von dem Weiperter Paul Endler begonnene Schnitzkunstwerk kam auf Irrwegen 1945 nach Bad Reichenhall und schließlich mit Unterstützung des damaligen Gunzenhäuser Bürgermeisters Hilpert hierher, wo es in 3000 Arbeitsstunden wieder zum Laufen gebracht wurde.

Erzgebirgsschau 3 NEW.jpg

Zur Weihnachtszeit erstrahlt das ganze Haus, um das sich der »Heimatausschuss Weipert« liebevoll kümmert, mit seinen vielen Lichtern auch äußerlich. Die Besichtigung erfolgt nach Vereinbarung.

Anschrift: Zum Schießwasen 1, 91710 Gunzenhausen

Telefon: 09831 508109

Reinhard Schwirzer

Reinhard Schwirzer
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Reinhard Schwirzer, geb. 7. März 1947 in Weißenburg, verheiratet, zwei Söhne.


Leben und Wirken

24 Jahre war R. Schwirzer Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Weißenburg i. Bay. – von 1984 bis 2008, also vier Wahlperioden (im Gegensatz zu seinen Vorgängern, die es auf maximal zwei gebracht hatten). Schwirzer hatte ab 1968 Jura und Politikwissenschaften in Freiburg studiert. Die Studentenbewegung hat ihn politisch beeinflusst. 1976 kehrte er nach Weißenburg zurück und übernahm die Anwaltskanzlei seines Vaters. Es gelang dem damaligen CSU-Stadtverbandsvorsitzenden Dr. Joachim Henker, Reinhard Schwirzer für die Christlich Soziale Union zu reaktivieren, der als engagierter Gegner des damals sehr störenden Tieffluglärms durch Militärflugzeuge auf sich aufmerksam machte. 1978 wurde er in den Stadtrat gewählt. Es folgten der CSU-Ortsvorsitz und 1984 die Wahl zum Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Weißenburg in Bayern. Auch die OB-Wahlen 1990, 1996 und 2002 gewann er jeweils deutlich. Von 1984 bis 2008 gehörte Reinhard Schwirzer auch dem Kreistag an. 2003 übernahm er für drei Jahre die Führung der CSU-Kreistagsfraktion. 2008 trat er wegen eines Zerwürfnisses mit einem Teil der Fraktion aus der CSU aus. Seit seiner ersten Wahl 1984 ist in seiner Doppelfunktion als Oberbürgermeister von Weißenburg und als Kreisrat vieles in Weißenburg von ihm veranlasst oder/und wesentlich mitgetragen und ausgeführt worden:



Stadtverwaltung:


Beim Amtsantritt von OB Schwirzer stand die Stadtverwaltung sowohl räumlich-baulich als auch ausstattungsmäßig völlig unzureichend da. Dieser Zustand musste dringend behoben werden. Schwirzer veranlasste eine gründliche Reformierung und Modernisierung. Der Bau des Neuen Rathauses, der in Abschnitten erfolgte, war das Kernstück für die Zusammenlegung der bis dahin auf viele Dienststellen im Stadtgebiet verteilten Stadtverwaltung, die einer effektiven Zusammenarbeit hinderlich waren. OB Schwirzer förderte auch eine systematische Weiterbildung seiner Verwaltungskräfte und veranlasste einen gemeinsamen Personalrat für alle Angestellten statt vieler kleiner. Die Verwaltung selbst wurde in vielen kleinen Schritten neu organisiert und gegliedert, u. a. wurden für alle wichtigen Positionen Vertreter eingesetzt. Die Kompetenzen zwischen Verwaltung und Stadtrat wurden den modernen Gegebenheiten angepasst, indem in manchen Bereichen (z. B. Bauangelegenheiten) die Selbstständigkeit der Verwaltung erhöht wurde.


Auch die Städtischen Werke wurden baulich und strukturell völlig neu aufgestellt: Umwandlung in eine städtische GmbH statt Verkauf von wesentlichen Teilen an große Versorger, Trennung von technischem und kaufmännischem Bereich mit größeren Freiräumen für die Geschäftsführer; Neuaufstellung im Bereich Wasser: Ziel war es, die Wasserversorgung aus eigenen Kräften zu lösen (Nachhaltigkeit vor Ort), um nicht in so hohem Maße von der Fernwasserleitung aus dem Lechgebiet abhängig zu sein. Dies führte u. a. 1995/96 zur 160 m tiefen Grundwasserbohrung mit Pumpwerkbau am Kühlenbach (bei Dettenheim) und diente zur Entlastung des gefährdeten Wassereinzugsgebietes an der Lettenmühle.


Bauhof und Stadtgärtnerei wurden nachhaltig modernisiert und zusammengelegt. Ihre Leiter vertreten sich jetzt gegenseitig, die Organisation wurde gestrafft. Neue Räumlichkeiten wurden geschaffen.


Der Schlachthof als massives Defizit bringendes Unternehmen wurde aufgelöst, die geforderten Investitionen in die Bereiche Hygiene und Umwelt wären unwirtschaftlich gewesen. Das Gelände stand somit für den Neubau der Feuerwehrzentrale zur Verfügung. Der bisherige Standort Schranne in der Altstadt war nicht mehr tragbar. Der für die Feuerwehr vorgesehene Standort an der Schulhausstraße wurde damit für das Parkhaus frei (s. u.).


Ein ganz besonderes Verdienst erwarb sich OB Schwirzer durch die oben genannten und weitere Maßnahmen, einen konsequenten Schuldenabbau zu erreichen, der beispiellos unter den Städten vergleichbarer Größe in Bayern ist und der nur durch einen strikten Sparkurs möglich war. Die Pro-Kopf-Verschuldung je Einwohner lag am Ende seiner Dienstzeit nur noch bei 18 Euro.


Verkehrswesen:


systematische Sanierung der Altstadtstraßen; Sperrung des Durchgangsverkehrs am Gotischen Rathaus und damit Beruhigung des innerstädtischen Verkehrs, Einführung eines Einbahnstraßensystems in der Altstadt; Parkplätze: Verbesserung der Parkplatzsituation durch Errichtung des kostenlos zu benützenden Parkhauses in der Schulhausstraße sowie des Großparkplatzes am Seeweiher (ehem. Betriebsgelände der ausgesiedelten Firma Oechsler), Verbesserung der Parksituation um den Bahnhof; Ostumgehung: Projekt der Umgehungsstraße in den vordringlichen Bedarf gebracht; Anschluss des Schulviertels über die Ostumgehung und über die Erschließung der Wiesenstraße, Überführung der Niederhofener Str. über die Umgehungsstraße bei der Ausfahrt Krankenhaus, Radwegenetz von der Kernstadt in die Ortsteile, erfolgreiches Eintreten gegen den Ausbau der Staatsstraße durch das Schambachtal auch aus Gründen des Umweltschutzes und Durchfahrtsbeschränkung für den Schwerverkehr (mit nachhaltiger Unterstützung durch die Bürger Suffersheims), Initiative zum Bau der Westtangente (ab 2012 gebaut).



Wirtschaftliche Entwicklung:


Förderung der Stadtentwicklung Richtung Süden u. a. durch Ankauf und Erschließung der Gewerbegebiete Süd I und II, Anlegen des Gewerbegebietes West, um langfristig Flächen für neue Projekte der Wirtschaft anbieten zu können (z. B. Technologietransferzentrum); Verbesserung der Trinkwasserversorgung (s. o.); Erschließung neuer Wohngebiete in der Kernstadt und den Ortsteilen (z. B. Wülzburger Hang, Erweiterung des Baugebietes auf der Ludwigshöhe, Bebauung des Geländes des alten Krankenhauses in der Geh.-Dr.-Dörfler-Str., Gartenfeld, Kauf des Sportgeländes an der Jahnstraße sowie Baugebiete in Emetzheim, Holzingen, Kattenhochstatt, Weimersheim usw.). Sanierung und Aufwertung des städtischen Forstamtes (statt Verstaatlichung) auch als Amt für Nachhaltigkeit und Umweltpflege (Einrichtung von Ausstellungsräumen, Durchführung von Exkursionen, enge Zusammenarbeit mit der Stadtgärtnerei, Errichtung des Obstlehrgartens bei Kehl); Zukauf von etwa 200 ha Wald. Der „Wald“ wurde als Entwicklungsziel aufgenommen; 2001 wurde die Stadt für vorbildliche Waldbewirtschaftung mit dem Staatspreis ausgezeichnet. Schwirzer war Mitglied im regionalen Planungsverband, der bei der Ansiedelung von Einkaufsmärkten u. ä. zustimmungsberechtigt ist. So konnten Spezialmärkte in Weißenburg eröffnen, z. B. Elektromarkt in der Ad.-Kolping-Str.). Bemühungen um neue Strukturen im Fremdenverkehr durch organisatorische Einbindung des Weißenburger Raumes neben dem Naturpark Altmühltal in den Tourismusraum Fränkisches Seenland (s. a. unten).



Investitionen im Bereich Kultur, Bildung und Sport:


Neben der Förderung der Wirtschaft war die der Kultur immer ein Hauptanliegen des ehemaligen Oberbürgermeisters. So konnte in seiner Dienstzeit überdurchschnittlich viel bewegt werden.


Schulen und Sportstätten:

Schulhausneubau in Emetzheim (Erhalt der wohnortnahen Beschulung der Grundschüler), Ankauf von Flächen und damit Schaffung der Voraussetzungen für die Errichtung der Schule zur individuellen Lernförderung mit Sonderpädagogischem Förderzentrum an der Wiesenstraße, Erweiterungsbau der Staatlichen Berufsschule mit Werkstättenbau, Schaffung der Voraussetzungen für den Erweiterungsbau der Staatlichen Realschule, Sanierung der Zentralschule, Einsatz für die Einrichtung einer 10. Klasse an der Hauptschule heute Mittelschule), Erhalt und Ausbau der Landwirtschaftsschule, Bereitstellung aller Flächen, auf denen sich heute Sportstätten in der Stadt befinden, sowie Schaffung der Voraussetzungen zu deren Errichtung (z. B. Sportgelände an der Wiesenstraße, Sportpark Rezataue, Halfpipe für Skater, Errichtung der Dreifachturnhalle des Landkreises u. a. m.), Ausbau und Umgestaltung des Hallenbades zur „Mogetissatherme“, Sanierung des Freibades und Ausbau zum „Limesbad“ mit Wasserrutsche u. a.


Errichtung neuer Kindergärten (z. B. Schnürleinsmühle, im alten Holzinger Schulhaus und jenes in der Breitungstraße in Weißenburg vom Missionsdienst in Christus sowie Einrichtung einer Kinderkrippe dort), Sanierung des Städt. Kindergartens Am Hof, Einrichtung eines Kinderhorts in der Stichvilla.


Weitere Projekte waren der Kauf des Gebäudes der damaligen Kreisbibliothek mit anschließender Generalsanierung und einem Anbau und der Umgestaltung zur ® Stadtbib­liothek (zwischenzeitlich gehörte sie dem Kreis – es ging um die Gleichbehandlung der Büchereien in Weißenburg und Gunzenhausen);

Errichtung des ® Reichsstadtmuseums neben dem Römermuseum nach modernen museumspädagogischen Gesichtspunkten sowie eines Fotoarchivs und eines Depots mit Werkstätte am Ellinger Tor.


Errichtung des ® „Hauses Kaaden“ (durch Kauf des Gebäudes und dessen Umgestaltung – weitgehend mit Stiftungsmitteln und Spenden finanziert), in dem neben einem Büro des Städt. Kulturamtes ein kleines Museum über die Aufnahme und Integration der Heimatvertriebenen in Weißenburg untergebracht ist und die Sammlungen der ehemaligen Kaadener Heimatstuben aufbewahrt sind. Bereits 1990 hat Schwirzer die Herausgabe des 1. Weißenburger Heimatbuches „Flüchtlingslager Wülzburg – Ankunft und Integration der Heimatvertriebenen in Weißenburg“ veranlasst, der Autor war Walter König.


Manches wurde erst durch die Sparkassen-Kulturstiftung möglich. Sie wurde 1992 von R. Schwirzer in seiner Eigenschaft als langjähriger Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Sparkassen ins Leben gerufen und deren Vorsitzender er noch ist. Beispielhaft seien genannt: die Förderung der Schulen und anderer Kulturträger, die Mitfinanzierung der Büste von ® Erwin Schulhoff im Hof der Wülzburg, der ® Weißenburger Heimatbücher (s. u.), der Wülzburgmodelle im Inforaum auf der Wülzburg oder die sog. „Onleihe“ der Stadtbibliothek.


Das Bergwaldtheater einschließlich der erforderlichen Nebengebäude wurde modernisiert. Durch Kauf und Ausbau der Nebenräume der Karmeliterkirche konnte diese als ansprechendes Kulturzentrum aufgewertet werden. Die Sanierung des gesamten Wildbadgebäudes war dringend erforderlich geworden. Die Musikschule erhielt dabei Räumlichkeiten im Erdgeschoss. Diese Einstellung entspricht der Grundüberzeugung Schwirzers, dass Kultur in einer Kleinstadt angesichts der geringeren Geldmittel als in den Ballungsräumen die enge Partnerschaft von privater und öffentlicher Einsatzbereitschaft braucht.


Das Stadtarchiv führte ein Schattendasein im Keller des Ämtergebäudes an der Jahnstraße. Zu Schwirzers Zeiten wurde ein hauptamtlicher Archivar eingestellt (später eine zweite Vollzeitkraft) und es wurde räumlich und finanziell besser ausgestattet, die der „Weißenburger Blätter – villa nostra“ gefördert und die Herausgabe der ® Weißenburger Heimatbücher ins Leben gerufen und über Stiftungen finanziert oder teilfinanziert.


Die ideelle und finanzielle Förderung des Volksbildungswerkes und dessen Umwandlung in eine Volkshochschule war ein weiterer Teil der Arbeit, ebenso wie der Einsatz für den Erhalt und die Sanierung der ® Wülzburg mit Errichtung einer zentralen Gedenkstätte an das Aufnahmelager für die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg (® Wülzburg – Gedenkstätten). Auch die würdige Gestaltung des Russischen Friedhofes im Fallgarten, in dem Gefangene, die auf der Wülzburg interniert waren, begraben sind (® Schulhoff) oder die zwei Modelle über die Wülzburg im neu geschaffenen Inforaum sind auf Initiative von Schwirzer entstanden. Ebenso wurden die wissenschaftlichen Arbeiten u. a. von der Stadt Weißenburg gefördert, und zwar sowohl über die Wülzburg (Th. Biller: Architekturgeschichte einer Renaissancefestung) als auch zur Denkmaltopographie über die Stadt und den Landkreis von Gotthard Kießling (Denkmäler in Bayern), der im Rathaus ein vorübergehendes Arbeitszimmer hatte. Auch die von Emmi Böck 1995 herausgegebenen „Sagen aus Mittelfranken“ wären ohne die Initiativen von R. Schwirzer zur Finanzierung nicht möglich gewesen.


Hervorzuheben sind vor allem seine Initiativen zur Untersuchung der römischen Geschichte Weißenburgs, z. B. Ausgrabungen am Römerkastell als Grundlage für die Rekonstruktion des Nordtores des Castrums (gegen deutliche Widerstände im Stadtrat, es waren jedoch Zuschüsse von über 70 % möglich) als Initialzündung. Dadurch nimmt Weißenburg heute eine Schlüsselstellung zur Darstellung der römischen Geschichte im heutigen Bayern ein. Durch seine Mitgliedschaft in der Deutschen Limeskommission konnten Zuschüsse für Weißenburg erwirkt werden. Das Römermuseum als Zweigmuseum der Bayerischen Archäologischen Staatssammlung konnte erweitert werden und zeigt immer wieder Sonderausstellungen. Es folgten der Aufbau des zentralen Bayerischen Limes-Informations­zentrums am Martin-Luther-Platz und die Gründung der „Limesstraße“ zusammen mit dem damaligen Oberbürgermeister von Aalen. Der bayerische Streckenabschnitt wurde von Schwirzer mit Helfern organisiert


Die Hospitalstiftung Zum Hlg. Geist wurde finanziell saniert, indem Grundstücke in Erbbaurecht verpachtet wurden. Die Erhaltung der Spitalkirche wurde Stiftungszweck.


Die Freilegung des Stadtgrabens von jeder Bebauung wurde konsequent weitergeführt (Stadtratsbeschluss aus der Zeit von OB Lenz), u. a. wurden die Brücke vor dem Ellinger Tor und die Buckelquaderstadtmauer dort wieder freigelegt und der Stadtgraben hier öffentlich zugänglich gemacht.


Nicht zuletzt sei die Gründung der Stadtjugendkapelle Weißenburg genannt, die Schwirzer angestoßen hat und die finanziellen Voraussetzungen schuf für Instrumente, Noten, Uniformen, Unterricht usw.



Investitionen im Bereich sonstiger Infrastruktur:


Altstadtsanierung (z. B. Am Hof, Auf der Kapelle mit Millenneumsbrunnen, Äußere Judengasse, Gotisches Rathaus, Schranne usw.); Stadtgarten an der Geh.-Dr.-Dörfler-Str., Einführen von Straßennamen in den Ortsteilen; massive Förderung der Alten- und Pflegeheimsanierungen (z. B. AWO-Heim, Caritasheim, Evang. Altenheim St. Andreas) – dabei stieg die Stadt mit einem hohen Eigenanteil ein, um den Landkreis und den Freistaat Bayern ebenfalls zu verpflichten; Ausbau des Krankenhauses Weißenburg und Konzeption der Zusammenarbeit auf Kreisebene mit dem Krankenhaus Gunzenhausen sowie Einrichtung von entsprechenden Fachabteilungen; Erhalt des Standortes Weißenburg als Sitz eines Amtsgerichts und Erweiterungsbau am Gebäude des ehemaligen Finanzamtes in der Niederhofener Str.; Erhalt des Arbeitsamtes in Weißenburg und Neubau in der Schwärzgasse; Ausbau und Modernisierung der Kläranlage und des Abwassersystems der Stadt und seiner Ortsteile; bleibende Verdienste um die stärkere Einbindung der Ortsteile an die Kernstadt und um die Vereinigten Sparkassen Weißenburg (u. a. durch die Errichtung der Sparkassen-Kulturstiftung zur Förderung des kulturellen Lebens im hiesigen Raum) und nach deren Fusion mit der Sparkasse Roth-Schwabach um die neue Sparkasse Mittelfranken-Süd.


Mitgliedschaft in überregionalen Verbänden


Für die Arbeit als Oberbürgermeister und Kreisrat waren Reinhard Schwirzer außerdem folgende Arbeitsgremien wichtig:

Arbeitsgemeinschaft Fränkischer Oberbürgermeister (Gründungsmitglied) nach der Gründung des Regionalen Planungsverbandes Ansbach Mitglied für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Erlass der Naturparkverordnung für den Naturpark Altmühltal(einschließlich der damit verbundenen schwierigen Diskussionen) nach der Gründung der Metropolregion Nürnberg bewusste Positionierung der Stadt Weißenburg Richtung Nürnberg über zwanzig Jahre im Kulturausschuss des Bayerischen Städtetages; Schwirzer ist in dieser Funktion wiederholt als Referent in der Evang. Akademie in Tutzing/Obb. aufgetreten. Mitgliedschaft in der Deutschen Limeskommission Mitglied im Historischen Verein Mittelfranken private Mitgliedschaft im Förderverein des Hauses der Bayerischen Geschichte



Die wichtigsten Veröffentlichungen von Reinhard Schwirzer


Neben zahlreichen Aufsätzen und Artikeln in verschiedenen Zeitschriften verfasste R. Schwirzer Monografien zu Persönlichkeiten und Ereignissen des Weißenburger Raumes in „villa nostra - Weißenburger Blätter für Geschichte, Heimatkunde und Kultur von Stadt und Weißenburger Land“ (WBl):


Karl Franz Leppa - ein vergessener Autor aus Böhmen. WBl, Heft 1/1992


Die Weißenburger Kirchweih von 1859 in New York. Bemerkungen zur Weißenburger Auswanderung in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Nordamerika. WBl 3/1999


Rudolf Rombs – 50 Jahre Bürger dieser Stadt. Der zeitgeschichtliche Hintergrund. Die Geschichte der Schwarzmeerdeutschen. WBl 3/2000


Die Emetzheimer Pfarrkirche „St. Johannes der Täufer“. WBl 2/2003


Gustav Ritter von Kahr (1862-1934), seine Familie und Weißenburg. Vor 70 Jahren wurde der ehemalige bayerische Ministerpräsident ermordet. WBl 2/2004


„Was ihr nach meinem Ableben aus mir machen wollt, ist mir gänzlich einerlei…“ Annäherung an Erwin Schulhoff. WBl 3/2005


„Morgen- und Abendopfer nebst andern Gesängen“ Johann Heinrich Wilhelm Witschel (1769-1847): fränkischer Theologe, Schriftsteller und Pädagoge – Pfarrer in Kattenhochstatt von 1819-1847. WBl 2/2006


Georg Friedrich Jacobi und sein „Kartoffelbuch“ – Eine Entdeckungsreise, in: Jacobis Kartoffelbuch von 1818, einschließlich dessen Redaktion zusammen mit Reiner Kammer. Weißenburger Heimatbücher Band 13. Weißenburg 2006


Johann Leonhard Conrad und seine kleine Welt (1760-1848), in: Weimersheim um 1800. Die Welt des Johann Leonhard Conrad(1760-1848), bearb. von Ulrike Pierl und Reiner Kammerl, Weißenburger Heimatbücher Band 14. Weißenburg 2008


„Einsatz ausländischer Arbeitskräfte“. Bemerkungen zum Aufenthalt von „Fremd- und Zwangsarbeitern“ während des Zweiten Weltkriegs in der Stadt Weißenburg in Bayern. WBl 2/2008, Teilheft II


Im Ruhestand beschäftigt sich R. Schwirzer trotz gesundheitlicher Probleme u. a. viel und intensiv mit Geschichtsthemen (z. B. über den „Weg in den NS-Staat – Weißenburg zwischen Monarchie und Machtergreifung“ oder die Entnazifizierung in Weißenburg).



Ehrungen


Bundesverdienstkreuz am Bande durch Bundespräsident Roman Herzog in Berlin am 22. Juli 1997. Daraus einige Textauszüge:


… Durch Ihr hohes persönliches Engagement haben Sie als Oberbürgermeister wesentlichen Anteil am außergewöhnlichen Aufschwung der Großen Kreisstadt Weißenburg i. Bayern.


Sie setzten sich mit Nachdruck vor allem für die Stärkung des Zentralitätsgrads Ihrer Heimatstadt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und in der Region Westmittelfranken ein.


Ein besonderes Anliegen ist Ihnen die Förderung des Wirtschaftsraums Weißenburg.


In vielen Gesprächen mit der Wirtschaft haben Sie harte Überzeugungsarbeit geleistet und konnten dadurch in der industrieschwachen Region Arbeitsplätze sichern und ausbauen.


Während Ihrer Amtszeit konnten aufgrund Ihrer beispielhaften Einsatzbereitschaft zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen werden.


Im Rahmen einer groß angelegten Altstadtsanierung und Verkehrsberuhigung haben Sie erreicht, dass die bisher getrennte Stadtverwaltung nunmehr auf einem zentralen Gebäude in der Stadtmitte untergebracht ist. …


Sie haben sich durch Ihr hohes persönliches Engagement um die Bürgerinnen und Bürger Ihrer Heimatgemeinde auszeichnungswürdige Verdienste erworben.



Medaille für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung in Silber durch den damaligen Bayerischen Staatsminister des Innern Dr. Günther Beckstein in München am 3. Juli 2006. Daraus folgende Textauszüge:


… Herr Oberbürgermeister Schwirzer hat die Geschicke der Stadt Weißenburg i. Bay. maßgeblich geprägt. Ein großes Anliegen war und ist Herrn Schwirzer die Verknüpfung der historischen Freien Reichsstadt mit dem Weißenburg von heute, einer Kommune, die sich im Laufe der Zeit dank des Einsatzes von Herrn Schwirzer zu einem bedeutenden Wirtschafts-, Schul- und Tourismusstandort im südlichen Mittelfranken entwickelt hat. Die systematische Altstadtsanierung und die Verkehrsberuhigung mit einem neuen Verkehrskonzept, insbesondere durch den Bau eines gebührenfreien Parkhauses, waren zentrale Maßnahmen der Stadtentwicklung. Unter seiner Führung wurde ferner das neue Rathaus umgebaut und erweitert und das alte gotische Rathaus saniert. Es entstanden ferner ein neues Feuerwehrhaus mit Umgestaltung der Schranne. Die Sanierung der Kläranlage, die Trinkwassererschließung „Kühlebach“ sowie die Neugestaltung der Schulviertel waren weitere wichtige Baumaßnahmen in seiner Amtszeit. Die Förderung des Wirtschaftsraumes Weißenburg durch gezielte Unterstützung des Handwerks ist Herrn Schwirzer besonders wichtig. Um der Wirtschaft Ansiedlungs- und Erweiterungsflächen zu bieten, wird derzeit mit erheblichem Aufwand das neue Gewerbegebiet westlich der Bahn erschlossen. Im kulturellen Bereich konnte durch Spenden von ca. 1,1 Mio DM, für die sich das Stadtoberhaupt persönlich eingesetzt hat, insbesondere ein Reichsstadtmuseum auf den Weg gebracht werden. Daneben wurde das Bergwaldtheater ausgebaut und das Römermuseum erweitert. Besonders hervorzuheben ist auch sein Wirken bei der Erhebung des Limes zum Weltkulturerbe. Durch seinen konsequenten Einsatz für die Beschaffung nicht unerheblicher Fördermittel konnte auch die sich über Jahrzehnte erstreckende Sanierung der Festung Wülzburg vorangetrieben werden. …


Bayerische Sparkassenmedaille in Gold (2007) als höchste Auszeichnung der Sparkassen.


Aus der Laudatio des Präsidenten des Sparkassenverbandes Bayern, W. Naser: „… Schwirzer ist ein scharfer Denker mit einer scharfen Zunge, der die Vereinigten Sparkassen Weißenburg … Anfang der 90er Jahre durch schwierige Zeiten geführt hat.“


Schlussbemerkung


Diese Bilanz ist zwangsläufig unvollkommen, weshalb es mehrmals heißt „zum Beispiel“. Sie soll aber andeuten, in wie vielen wichtigen Bereichen der ehemalige Oberbürgermeister die Stadt Weißenburg wesentlich nach vorne gebracht hat. Dazu gehören aber nicht nur Baumaßnahmen aller Art, sondern u. a. auch die Verhinderung solcher (vgl. kein Straßenausbau mit Schwerlastverkehr durchs Schambachtal, Verhinderung großflächigen Steinabbaus an für die Umwelt kritischer Stelle, Kauf der Bismarckanlage von der damaligen Bundesbahn, um den Bau eines Einkaufszentrums anstelle des alten Baumbestandes zu verhindern u. a.).

In Beurteilungen heißt es u. a. „Schwirzer übt sein Amt zweifellos im Stile eines Machers aus. Zielgerichtet, straff, gründlich und zügig werde gearbeitet, … auch wenn die Mitarbeiter manchmal unter der Ungeduld ihres Chefs stöhnen.“ (Uwe Ritzer 1997)

„Schwirzer …genießt selbst bei anderen Parteien .. Respekt als einer der wichtigsten, geradlinigsten und vorausschauendsten Köpfe im Landkreis.“ (Robert Renner 2007)

Die Texte der Ehrungen zeigen deutlich, welch wichtige Impulse von Herrn Schwirzer in seiner Zeit als Weißenburger Oberbürgermeister und als Kreisrat ausgegangen sind.



Quellen:


Robert Renner in: Weißenburger Tagblatt vom 07.03.2007 und 07.03.2012 sowie von Uwe Ritzer vom 07.03.1997 und zahlreiche weitere Berichte im Weißenburger Tagblatt;


Informationsgespräche von Ulf Beier mit Reinhard Schwirzer am 09.08.2012 und am 22.11.2012


(Bei vielen Stichpunkten erfolgen bei Einstellung in Wugwiki Querverweise)
  1. Pappenheim.de, Sophie Hoechstetter