Biberrevier

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Im Banzerbachtal entstehen durch die Biberdämme Überschwemmungen zum Schaden der Landwirtschaft

Im Landkeis Weißenburg-Gunzenhausen gibt es zahlreiche Biberreviere, darunter zwei größere im Schambachtal und im Rohrachtal.[1]

Das Biberrevier im Schambachtal

Im Schambachtal ist der Biber seit etwa 1980 sehr aktiv. Bereits zuvor hatte der Freistaat (das Wasserwirtschaftsamt Ansbach) hier größere Uferflächen erworben. Ziel war es, die Schambach vor Einschwemmungen aus den landwirtschaftlichen Flächen zu schützen und die feuchten Wiesen im Tal zu renaturieren. Weil sich die Aktivitäten des Bibers über die staatlichen Liegenschaften hinaus auf benachbarte Wirtschaftswiesen auswirkten, erwarb der Freistaat Bayern zusätzlich auch diese vernässten Flächen. Seither können sich die Biber nach Lust und Laune als "Landschaftsarchitekten" betätigen. Die Aktivitäten der Biber haben Auswirkungen auf die Natur und Artenvielfalt: Bäche sind streckenweise wieder neu entstanden. In aufgestauten Gräben und Biberseen tummeln sich zigtausende Kleinfische - diese reiche Futterquelle lockt Eisvögel und Graureiher an. Von Bibern liegengelassene Zweige haben Wurzeln geschlagen - inzwischen sind neue Weidengebüsche daraus geworden. In den wieder vernässten Wiesen entstanden große, wasserdurchflutete Röhrichte, die verschiedenen Vogelarten als Rückzugsgebiet dienen. Hier brüten nun Teichhühner und Neuntöter, Mädesüß-Perlmutterfalter flattern umher. Diese seltenen und gefährdeten Arten beweisen, dass der Biber einen Beitrag dazu leistet, dass sich Naturlandschaft und Wildnis neu entwickeln können.

Das Biberrevier im Rohrachtal

Im Rohrachtal bei Treuchtlingen sollte zum Schutz vor Hochwasser eigentlich ein Rückhaltebecken entstehen. Die Stadt Treuchtlingen hatte bereits die nötigen Grundstücke erworben, als diese Pläne aufgegeben wurden. Da die direkt an den Bach angrenzenden Flächen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wurden, konnten sich Biber ansiedeln. Heute sorgen sie für die Wasserrückhaltung: Die Biber haben über ein Dutzend Dämme errichtet und damit eine Kette klarer Seen und Tümpel geschaffen. Eingerahmt werden diese von dichtem Weidengebüsch, in dem zahlreiche Vögel wie Teichhuhn und Fitis brüten und Nahrung suchen. Entstanden ist eine natürliche Bachaue, die das Landratsamt inzwischen als "Geschützten Landschaftsbestandteil" ausgewiesen hat.

Biberberater

Es gibt im Landkreis sogenannte Biberberater. Die Biberberater sind ehrenamtlich für das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen tätig und beraten von Biberproblemen Betroffene über Abhilfemöglichkeiten. Eine Liste der Berater findet man auf der Webseite des Landratsamtes Weißenburg.[2]

Kritik

Die Ausweitung der Biberbestände und die damit verbundene Durchnässung landwirtschaftlicher Nutzflächen wird von betroffenen Landwirten kritisch beurteilt.In der Folge wird das Thema auch in der Landkreis- und Kommunalpolitik kontrovers diskutiert.[3][4]

Fußnoten

  1. Quelle: Broschüre Artenvielfalt im Biberrevier, Bayerisches Landesamt für Umwelt
  2. Liste der Biberberater
  3. Beispielsweise: Brief von Dr. Werner Winter, Ortssprecher Unterwurmbach, Stadt- und Kreisrat an Herrn Landrat Franz Xaver Uhl vom 22. Oktober 2009.
  4. Siehe auch: Wie viel Schaden macht der Biber?

Weblinks