Fachwerkbauten in Weißenburg - nach 1900

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Fachwerkbauten nach 1900

Im nachfolgenden Text liegt die Betrachtung auf den Fassaden, da dem Durchschnittsbürger ein Zugang ins Innere der meisten Gebäude nicht möglich ist. Trotzdem soll ihm ein Wegweiser an die Hand gegeben werden, Typisches an Weißenburger Fachwerkhäusern zu erkennen. Sowenig wie bei den Artikeln in Wugwiki über die einzelnen Baustile in Weißenburg ist hier eine Vollständigkeit der Objekte angestrebt, sondern vielmehr sollen einige typische Beispiele aufgezeigt und kurz erklärt werden. Nähere Einzelheiten sind vor allem in den unten angegebenen Quellen bei HÄFFNER und KIESSLING zu finden.

Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Fachwerk als Stilelement auch beim Bau von städtischen Villen wiederentdeckt wurde, schmückte man auch manches neu errichtete Haus mit einem Fachwerkgiebel, wie die Villa in der Westlichen Ringstraße 38. Das Fachwerk erfüllt keine konstruktiven Aufgaben mehr, sondern ist nur noch Schmuck, wie die Wellen und Bögen der Hölzer zeigen. Somit ist dieser abgewalmte Giebel durchaus mit dem Heimatstil jener Zeit vergleichbar, wie er auch am Zentralschulhaus erkennbar ist.

Als Blendfachwerk bezeichnet man aufgesetztes Fachwerk, wie z. B. in der Unteren Stadtmühlgasse 7. Es soll eine Fachwerkfassade vortäuschen oder - wie in diesem Fall - sich harmonisch in die Häuserreihe einfügen. Es hat wie bei der Villa in der Westl. Ringstraße keine tragende Funktion, sondern erfüllt nur ästhetische Belange. So wurden auch Ende des 20. Jahrhunderts noch Fachwerkgiebel gestaltet, die wegen der vorgeschriebenen Dachneigung in früheren Jahrhunderten wohl die Errichtung eines Fachwerkgiebels begünstigt hätten.

Durch einen Brand ging das wertvolle Fachwerkhaus von 1472 Auf der Wied 1, ehem. Gasthaus "Goldenes Roß" verloren. Lange lag das Grundstück brach. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts erfolgte nach altem Muster, aber vereinfacht, mit anderer Fensteranordnung und anderem Zwerchhaus ein Wiederaufbau. Die Balken sind etwas schmäler und sind nur aufgesetzt. Es handelt sich also eigentlich um Blendfachwerk. Trotzdem ist zu begrüßen, dass so wenigstens optisch der alte Eindruck in etwa wieder hergestellt werden konnte.

Siehe auch

Quellen

  • BEIER, Ulf: Von der Höll- zur Paradeisgasse, Straßen- und Wohnstättennamen in Weißenburg, 2. Auflage, Weißenburg 2000
  • HÄFFNER, Hans-Heinrich: Das Weißenburger Bürgerhaus - seine Entwicklung vom Spätmittelalter bis ins 18. Jahrhundert, in: Denkmäler in Bayern, Band V.70/2 Stadt Weißenburg i. Bay., München 2001, ISBN 3-87490-582-9
  • KIESSLING, Gotthard: Denkmäler in Bayern, Band V.70/2 Stadt Weißenburg i. Bay., München 2001, ISBN 3-87490-582-9