Helmut Meier

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Helmut Meier
Helmut Meier (* 23. Juni 1929 in Deutsch-Wernersdorf/Riesengebirge, † 25. September 1997 im Zillertal /Tirol), Oberstudiendirektor, war der Gründer und langjährige Leiter der Fachoberschule Weißenburg.

Leben und Wirken

Helmut Meier wurde am 23. Juni 1929 in Deutsch-Wernersdorf, Kreis Braunau (Sudetenland) geboren. Der Geburtsort liegt im nordostböhmischen Raum an der Grenze zu Schlesien. Als 17-Jähriger kam er 1946 nach Weißenburg und wurde, wie viele der Heimatvertriebenen, zunächst im "Flüchtlingslager Wülzburg" (s. Wülzburg - Gedenkstätten) untergebracht. Dann lebte er eine kurze Zeit in Wachstein, später in Weißenburg. Nach dem Besuch des Weißenburger Gymnasiums begann er ein Lehramtsstudium in Bamberg und München. Ab 1952 unterrichtete an der Volksschule, 1956 wechselte er als Mathematik- und Physiklehrer an die damalige Mittelschule, die heutige Staatliche Realschule Weißenburg. 1968 wurde er Realschulkonrektor in Meitingen. Dort machte er sich bei dem Aufbau dieser Schule verdient.

Als 1970 praktisch aus dem Nichts ein neuer Schultyp, die Fachoberschule (FOS), gegründet wurde, übertrug man diese Aufgabe in Weißenburg Helmut Meier. Es war eine undankbare Tätigkeit: keine Räume, keine Lehrkräfte, keine Praktikumsplätze und viele Anfangsschwierigkeiten. Es gehörte viel Mut und Energie dazu, die Schule zu dem werden zu lassen, was sie bis zu seinem Ausscheiden 1992 in den Ruhestand war.

Seine Erfahrungen bei der Gründung einer neuen Schule in Meitingen dürfte das Bayerische Kultusministerium veranlasst haben, Helmut Meier den Aufbau der Fachoberschule in Weißenburg zu übertragen.

In den ersten Jahren wurde in den Räumen verschiedener Schulen und im Wildbad unterrichtet. Später errichtete der Sachkostenträger gegenüber der Berufsschule den sog. OFRA-Bau, ein Fertigteil-Pavillongebäude, das sich aber bald als zu klein erwies.

Die Fachoberschule hatte unter seiner Leitung einen guten Ruf. Sowohl das Klima, aber auch die guten Leistungen seiner Lehrkräfte veranlassten Schüler, die Weißenburger FOS anderen vorzuziehen. Deshalb nahm die Schülerzahl stetig zu. Während im Gründungsjahr 95 Schüler die FOS besuchten, waren es 1973 schon 238 mit steigender Tendenz. Aus diesem Grund musste bereits 1977 die FOS in das ehemalige Gymnasium in der Wildbadstraße umziehen, nachdem dieses durch den Neubau des Werner-von-Siemens-Gymnasiums im Schulviertel an der Hagenau frei geworden war. Auch die von ihm unterstützte Einführung der elektronischen Datenverarbeitung trug zum Zulauf an Schülern bei. Schon 1979 wurden an seiner Schule die ersten Zeugnisse per Computer erstellt.

Charakteristik

Neben seinem unermüdlichen Fleiß und großem Organisationstalent zeichnete sich Helmut Meier durch sein immer korrektes Verhalten zu Lehrern und Schülern aus. Er wusste Aufgaben und Verantwortung zu übertragen und ließ seine Mitarbeiter selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten. So schuf er ein engagiertes Kollegium, dem das Wohl und Ansehen seiner Schule am Herzen lag. Er war ein Mensch, der wohl wenig Schlaf brauchte. Oft konnte man spät in der Nacht noch Licht im Direktorenzimmer sehen. Sehr häufig war er auch der Erste am Morgen.

Helmut Meier war ein erfahrener Bergsteiger und guter Skifahrer. Wenn er konnte, fuhr er in seiner Freizeit ins Gebirge. Das Zillertal war ihm eine zweite Heimat. Hier unternahm er ungezählte Bergtouren und Gipfelbesteigungen. In den Bergen fand sein Leben ein tragisches Ende. Am 25. September 1997 stürzte er beim Abstieg vom Gipfel des Tristners (Zillertal) in den Tod. Bis zuletzt war er als Heimatortsbetreuer von Deutsch-Wernersdorf seiner Geburtsheimat im Riesengebirge/Sudetenland eng verbunden.

Quellen

  • Dr. Horst Spitschka, Ellingen 2014; Staatl. Fachoberschule mit Berufsoberschule, Weißenburg