Kirchenbauten nach 1945 bis zur Gegenwart im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Unterschied zwischen den Versionen

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| align=middle |[[Dettenheim]]|| align=middle |St. Gunthildis||  align=middle |1956|| align=middle |Initiative v. Pfr. Gregor Schneid||  align=middle |Scheunenumbau
 
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| align=middle |Langlau|| align=middle |Maria Rosenkranzkönigin|| align=middle |1953||align=middle |Landbauamt Eichstätt (Insp. Reichart)|| align=middle |Hölzerne Notkirche für das ehem. "Flüchtlingslager"
 
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| align=middle |Markt Berolzheim|| align=middle |[[Markt Berolzheim, St. Hedwig|St. Hedwig]]|| align=middle |  1961|| align=middle |Josef Elfinger || align=middle | Patrozinium mit Bezug z. Heimat der Gläubigen
 
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Version vom 27. November 2014, 17:19 Uhr

Nach dem 2. Weltkrieg (1939-45) stieg in den ehemaligen Landkreisen Weißenburg und Gunzenhausen die Bevölkerungszahl - trotz der Kriegsverluste - gewaltig an, und zwar von insgesamt 67.923 Einwohnern in beiden Kreisen auf 95.993 Personen, das entspricht einer Zunahme von 41,3%.[1] Grund für diesen starken Anstieg war die Aufnahme von über 25.000 Deutschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden oder flüchten mussten. Sie kamen vorwiegend aus dem Sudetenland (heute Teil der Tschechischen Republik) und Schlesien (heute Polen), zum geringeren Teil waren es Ungarndeutsche, Ostpreußen und andere. Da die Sudetendeutschen und Oberschlesier größtenteils katholisch waren (die Niederschlesier zu einem hohen Prozentsatz) und in eine überwiegend evangelische Gegend kamen, entstand die Notwendigkeit, für diese Menschen eigene Kirchen zu bauen, nachdem die Wahrscheinlichkeit auf eine Rückkehr in ihre alte Heimat praktisch auf null gesunken war. Neubauten von evangelischen Kirchen gab es in unserem Raum nicht. Ein Sonderfall ist die Anstaltskirche in Polsingen. Sehr wohl aber entstanden evangelische Gemeindehäuser und ökumenische Kapellen.

Während die Kirchen der 1950er Jahre noch weitgehend die traditionelle Form des Langhauses beibehielten, kamen durch das 2. Vatikanische Konzil (ab 1963) in der katholischen Kirche auch neue Formen auf, wie die Heilig-Kreuz-Kirche in Weißenburg als Zentralbau zeigt.


Ort Patrozinium Bauzeit Architekt Sonstiges
Dettenheim St. Gunthildis 1956 Initiative v. Pfr. Gregor Schneid Scheunenumbau
Gunzenhausen Mariä Empfängnis 1959/60 Josef Elfinger anstelle der zu klein gewordenen Kirche Maria Immaculata
Heidenheim St. Walburga 1976/77 Alexander Frh. v. Branca Neubau begünstigt durch Bundeswehrstandort
Langlau Maria Rosenkranzkönigin 1953 Landbauamt Eichstätt (Insp. Reichart) Hölzerne Notkirche für das ehem. "Flüchtlingslager"
Markt Berolzheim St. Hedwig 1961 Josef Elfinger Patrozinium mit Bezug z. Heimat der Gläubigen
Muhr am See St. Walburga 1958 Han(n)s Meier Wandbild von Resl Elfinger
Nennslingen Mariä Namen 1958 Walter Zischek
Polsingen Zum Guten Hirten 1966 Anstaltskirche für die Behinderten
Weißenburg Heilig Kreuz 1962-64 Alexander Frh. v. Branca erster und einziger Zentralbau im Landkreis

An Kapellenneubauten sind zu nennen:

Suffersheim, St. Gunthildis

die ökumenischen Krankenhauskapellen in Gunzenhausen (1976) und Weißenburg (1985) sowie die ökumenische Kapelle in Massenbach (1969) und St. Gunthildis in Suffersheim (1995; scherzhaft das Schneckenhaus Gottes genannt), ferner die Erweiterung der katholischen Mariahilfkapelle in Fiegenstall (1962), die Kapelle in Veitserlbach (1965) und die Bergkapelle in Ramsberg (2000).

Als neue Ausdrucksform ist die Weidenkirche in Pappenheim (2007) zu sehen.

An evangelischen Gemeindehäusern sind das Gemeindezentrum in Treuchtlingen am Patrich und das in Weißenburg (nach der Generalrenovierung in Philipp-Melanchthon-Haus 2013 umbenannt) zu nennen. Beide Gemeindehäuser entstanden als "Notkirchen" für die Neubürger der dort entstandenen Stadtrandsiedlungen (überwiegend Heimatvertriebene, die sich da ein neues Zuhause aufbauten). Auf Initiative des damaligen Dekans Hans Issler entstand 1989 das evangelische Gemeindehaus in Weißenburg am Martin-Luther-Platz, um den vielen kirchlichen Gruppen außerhalb des Gottesdienstes (Bibelkreis, Evangelisches Bildungswerk, Jugendgruppen, Konfirmanden, Senioren, Kirchenvorstand, Singkreis, Mutter-Kind-Gruppen usw.) Räume für ihre Termine und Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen.

Siehe auch

Quellen

  • BEIER, Ulf und MÜLLER, Herbert: DENK MAL, Gedenkstätten und Gebäude im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen mit Bezug zur Heimat der Deutschen im Osten und deren Vertreibung 1945/46
  • KIESSLING, Gotthard: Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in: Denkmäler in Bayern, Band V.70/1, München 2000, ISBN 3-87490-581-0
  • SCHRENK, Johann und ZINK, Karl Friedrich: GottesHäuser, Kirchenführer Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen; Treuchtlingen und Berlin o. J. (2008); ISBN 978-3-934145-64-1
  • NEUMANN, Werner: Katholischer Kirchenbau im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in der Nachkriegszeit, in: Alt Gunzenhausen, Beiträge zur Geschichte der Stadt und Umgebung, Heft 68/1013, Gunzenhausen 2013, S. 187-236

Fußnoten

  1. In der Stadt Weißenburg stieg vom 17.5.1939 bis 29.10.1946 die Bevölkerung von 8.760 auf 13.144 Einw. (Zunahme 50 %), im Altlandkr. Weißenburg von 27.952 auf 37.212 (Zunahme 33,1 %), im Landkreis Gunzenhausen von 31.211 auf 45.637 Einw.(Zunahme 46,2 %) nach FRANK, Rainer:Die Heimatvertriebenen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Weißenburg 1991, S. 116