Kleine Weißenburger Baustilkunde 3. Teil: Das 18. Jahrhundert

Aus Wugwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ziel dieser kleinen Baustilkunde ist es, Gebäude (und nur diese) in Weißenburg aufzuzeigen, die für die jeweilige Stilepoche typisch sind. Dabei sollen jedoch zu jedem Zeitabschnitt nur einige charakteristische Beispiele genannt werden. Es wird kein Wert auf Vollständigkeit gelegt. Vielmehr wird hier ausdrücklich auf die Arbeit von Gotthard Kießling "Denkmäler in Bayern: Stadt Weißenburg i. Bay." hingewiesen, in der sowohl die meisten Gebäude ausführlich beschrieben als auch abgebildet sind. Während die Denkmaltopografie jedoch die Häuser Straße für Straße in alphabetischer Reihenfolge beschreibt, wird hier chronologisch vorgegangen - vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dabei werden bewusst die Gebäude von außen gezeigt - so wie sie dem kunstgeschichtlich Intessierten am leichtesten zugänglich sind. Die dazu gegebene Kennzeichnung der Merkmale der einzelnen Stilepochen soll helfen, die einzelnen Baustile zu erkennen und weitere Beispiele selbst zu entdecken.

Spätbarock

  • Luitpoldstr. 14: Bürgerhaus (1782/85) mit Mansarddach, das typisch für die Barockzeit ist. Der Mittelteil wird durch Lisenen (flache, senkrechte Mauerstreifen) besonders hervorgehoben sowie einen Schweifgiebel mit aufgesetzten Schmuckelementen (Vasen und Büste) und einer Vortreppe. , ehem. Gasthaus "Goldenes Lamm" (wie die Figur über dem Eingang noch anzeigt), heute Buchhandlung und Fotogeschäft.
  • Marktplatz 8: stattlicher dreigeschossiger Bau mit Mansarddach und Gauben, repräsentative Vortreppe (1785); ursprünglich auch im Erdgeschoss sieben Fenster, die im späten 19. Jahrhundert zu Gunsten eines Ladeneinbaus im rechten Teil aufgegeben wurden, heute auch im linken Teil ein Laden; Nutzung außerdem als Arztpraxis und Wohnhaus. Auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes entstand wenige Jahre später (1792) als Gegenstück das Barockgebäude, ehem. Gaststätte ""Zur Goldenen Gans", Marktplatz 9, zurzeit ebenfalls wieder ein Gasthaus.
  • Rosenstraße 1 und 3: äußerst repräsentatives dreigeschossiges Bürgerhaus mit geschweiften Blendgiebeln (1764/65), auf der Ostseite der doppelköfige Reichsadler mit Schwert und Reichsapfel in den Fängen als Giebelzier; die mittleren drei Fensterachsen werden durch hellgraue Lisenen (s. o.) und den Ziergiebel besonders betont. Alle Fenster auf der Ost- und auf der Nordseite sind mit grauen Steinrahmen vom Blau der Fassade abgesetzt. Jeweils drei Fenster sind mit geschwungenen Überdachungen und plastischem Schmuck verziert. Wegen seiner seit Jahrhunderten blauen Fassadenfarbe als "Blaues Haus" bekannt, heute u. a. Apotheke, Arztpraxen, Geschäfts-, Büro- und Wohnräume.

Quellen

  • BEIER, Ulf: Von der Höll- zur Paradeisgasse, Straßen- und Wohnstättennamen in Weißenburg, 2. Auflage, Weißenburg 2000
  • HÄFFNER, Hans-Heinrich: Das Weißenburger Bürgerhaus - seine Entwicklung vom Spätmittelalter bis ins 18. Jahrhundert, in: Denkmäler in Bayern, Band V.70/2 Stadt Weißenburg i. Bay., München 2001, ISBN 3-87490-582-9
  • KIESSLING, Gotthard: Denkmäler in Bayern, Band V.70/2 Stadt Weißenburg i. Bay., München 2001, ISBN 3-87490-582-9

Siehe auch