Kleine Weißenburger Baustilkunde 4. Teil: Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts

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Ziel dieser kleinen Baustilkunde ist es, Gebäude (und nur diese) in Weißenburg aufzuzeigen, die für die jeweilige Stilepoche typisch sind. Dabei sollen jedoch zu jedem Zeitabschnitt nur einige charakteristische Beispiele genannt werden. Es wird kein Wert auf Vollständigkeit gelegt. Vielmehr wird hier ausdrücklich auf die Arbeit von Gotthard Kießling "Denkmäler in Bayern: Stadt Weißenburg i. Bay." hingewiesen, in der sowohl die meisten Gebäude ausführlich beschrieben als auch abgebildet sind. Während die Denkmaltopografie jedoch die Häuser Straße für Straße in alphabetischer Reihenfolge beschreibt, wird hier chronologisch vorgegangen - vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dabei werden bewusst die Gebäude von außen gezeigt - so wie sie dem kunstgeschichtlich Intessierten am leichtesten zugänglich sind. Die dazu gegebene Kennzeichnung der Merkmale der einzelnen Stilepochen soll helfen, die einzelnen Baustile zu erkennen und weitere Beispiele selbst zu entdecken.

1800 – 1824

  • Luitpoldstraße 15: Wohn- und Geschäftshaus, 1805 umgebautes, ursprünglich mittelalterliches Gebäude als dreigeschossiger Walmdachbau mit sieben Fensterachsen; typisch für die Zeit sind die Rosetten zwischen dem 1. und 2. Stockwerk und das Giebelfeld über dem Mittelfenster im 1. Stock. Das Erdgeschoss wurde im 20. Jahrhundert mehrmals umgebaut.

1825 – 1849

  • Südliche Ringstraße 18: Das Wohnhaus mit der angebauten ehemaligen Ziegelhütte wurde als eines der ersten Häuser aus Feuerschutzgründen wegen des Brennofens außerhalb der Stadtmauer errichtet. Der langgestreckte, eingeschossige Bau ist mit den Sandsteineinfassungen der Fenster und dem steilen Dach ganz in herkömmlicher Bautradition gestaltet.
  • Eichstätter Straße 12 (Stichvilla): Die klassizistische Gartenvilla wurde 1831 errichtet und später an- und umgebaut. Sie ist damit der erste klassizistische Bau Weißenburgs. Kennzeichen sind die klaren Formen ohne Schnörkel, die Betonung der Waagrechtendurch Geschosssimse, die klassischen Giebel und Ziergiebel sowie das flache Dach. Der ehemalige herrschaftliche Garten wurde in den Stichvillapark umgestaltet. Das Gebäude dient heute als Hort und Kinderkrippe.

Quellen

  • BEIER, Ulf: Von der Höll- zur Paradeisgasse, Straßen- und Wohnstättennamen in Weißenburg, 2. Auflage, Weißenburg 2000
  • HÄFFNER, Hans-Heinrich: Das Weißenburger Bürgerhaus - seine Entwicklung vom Spätmittelalter bis ins 18. Jahrhundert, in: Denkmäler in Bayern, Band V.70/2 Stadt Weißenburg i. Bay., München 2001, ISBN 3-87490-582-9
  • KIESSLING, Gotthard: Denkmäler in Bayern, Band V.70/2 Stadt Weißenburg i. Bay., München 2001, ISBN 3-87490-582-9

Siehe auch