Nürnberger Straße: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Nürnberger Straße in [[Weißenburg]] beginnt beim [[Ellinger Tor]] und führt nach Norden. Sie hieß früher '''Rennweg''' (1575 renweg - 1688 Rennweg), die angrenzenden Äcker ''Rennwegfeld''. In dieser Flur liegt heute die Straße ''Rennweg'' in der Galgenbergsiedlung. Sie müsste daher eigentlich ''Rennwegfeld-weg'' heißen. Verständlicherweise hat man sich aber für ''Rennweg'' entschieden.
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Die '''Nürnberger Straße''' in [[Weißenburg]] beginnt beim [[Ellinger Tor]] und führt nach Norden. Sie hieß früher Rennweg (1575 renweg - 1688 Rennweg), die angrenzenden Äcker ''Rennwegfeld''. In dieser Flur liegt heute die Straße ''Rennweg'' in der Galgenbergsiedlung. Sie müsste daher eigentlich ''Rennwegfeld-weg'' heißen. Verständlicherweise hat man sich aber für ''Rennweg'' entschieden.
  
Die Nürnberger Straße in Weißenburg ist Teil einer uralten Fernstraße, die als eine  "Bernsteinstraße" von der Ostsee nach Italien führte. Diese vorrömische und römische Straße <ref> WINKELMANN, F.: Die vorrömischen und römischen Straßen in Bayern zwischen Donau und Limes, Frankfurt/Main 1919</ref> ist zumindest im Raum Weißenburg die Trasse von Pleinfeld bis Dietfurt und weiter im Wesentlichen der Verlauf der Bundesstraße 2 von kurz vor Stettin über Berlin - Leipzig - Nürnberg - Weißenburg nach Augsburg. Sie  folgt von dort der B 17 über Füssen durch Tirol über den Reschenpass in den Mittelmeerraum. Die Straße - der alte Rennweg - war auch eine wichtige mittelalterliche Fern- und Poststraße, war befestigt und hatte früh Brücken statt Furten, sodass man auf ihr deutlich schneller als auf anderen Wegen vorankam. ''Rennen'' bedeutete früher auch ''ein Ross reiten'', daher der Name ''Rennweg'' als Reitweg für berittene Eilboten.<ref> alle Angaben nach BEIER, Ulf: Von der Höll- zur Paradeisgasse, Straßen- und Wohnstättennamen in Weißenburg, Weißenburg 2002, S. 107 </ref>
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== Geschichte ==
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Die Nürnberger Straße in Weißenburg ist Teil einer uralten Fernstraße, die als eine  "Bernsteinstraße" von der Ostsee nach Italien führte. Diese vorrömische und römische Straße <ref> WINKELMANN, F.: Die vorrömischen und römischen Straßen in Bayern zwischen Donau und Limes, Frankfurt/Main 1919</ref> ist zumindest im Raum Weißenburg die Trasse von Pleinfeld bis Dietfurt und weiter im Wesentlichen der Verlauf der Bundesstraße 2 von kurz vor Stettin über Berlin - Leipzig - Nürnberg - Weißenburg nach Augsburg. Sie  folgt von dort der B 17 über Füssen durch Tirol über den Reschenpass in den Mittelmeerraum. Die Straße - der alte Rennweg - war auch eine wichtige mittelalterliche Fern- und Poststraße, war befestigt und hatte früh Brücken statt Furten, sodass man auf ihr deutlich schneller als auf anderen Wegen vorankam. ''Rennen'' bedeutete früher auch ''ein Ross reiten'', daher der Name ''Rennweg'' als Reitweg für berittene Eilboten.<ref> alle Angaben nach [[Ulf Beier|BEIER Ulf]]: Von der Höll- zur Paradeisgasse, Straßen- und Wohnstättennamen in Weißenburg, Weißenburg 2002, S. 107 </ref>
  
 
== siehe auch ==
 
== siehe auch ==

Aktuelle Version vom 12. Juni 2015, 20:50 Uhr

Die Nürnberger Straße in Weißenburg beginnt beim Ellinger Tor und führt nach Norden. Sie hieß früher Rennweg (1575 renweg - 1688 Rennweg), die angrenzenden Äcker Rennwegfeld. In dieser Flur liegt heute die Straße Rennweg in der Galgenbergsiedlung. Sie müsste daher eigentlich Rennwegfeld-weg heißen. Verständlicherweise hat man sich aber für Rennweg entschieden.

Geschichte

Die Nürnberger Straße in Weißenburg ist Teil einer uralten Fernstraße, die als eine "Bernsteinstraße" von der Ostsee nach Italien führte. Diese vorrömische und römische Straße [1] ist zumindest im Raum Weißenburg die Trasse von Pleinfeld bis Dietfurt und weiter im Wesentlichen der Verlauf der Bundesstraße 2 von kurz vor Stettin über Berlin - Leipzig - Nürnberg - Weißenburg nach Augsburg. Sie folgt von dort der B 17 über Füssen durch Tirol über den Reschenpass in den Mittelmeerraum. Die Straße - der alte Rennweg - war auch eine wichtige mittelalterliche Fern- und Poststraße, war befestigt und hatte früh Brücken statt Furten, sodass man auf ihr deutlich schneller als auf anderen Wegen vorankam. Rennen bedeutete früher auch ein Ross reiten, daher der Name Rennweg als Reitweg für berittene Eilboten.[2]

siehe auch

  • Rennwege gibt es
    • als Straßennamen in vielen Städten, z. B. in Nürnberg, Würzburg, Basel, Meran, Wien u. a.
    • als Stadtteil, z. B. in Nürnberg und Zürich, als Gemeinde z. B. im Ortenaukreis/Baden, am Katschberg in Kärnten.
  • Der Rennsteig im Thüringer Wald ist kein Rennweg im Sinne einer alten Fernstraße.

Fußnoten

  1. WINKELMANN, F.: Die vorrömischen und römischen Straßen in Bayern zwischen Donau und Limes, Frankfurt/Main 1919
  2. alle Angaben nach BEIER Ulf: Von der Höll- zur Paradeisgasse, Straßen- und Wohnstättennamen in Weißenburg, Weißenburg 2002, S. 107