Nennslingen, evangelisch-lutherische Kirche Mariae Beate Virginis

Aus Wugwiki
Version vom 14. November 2014, 19:55 Uhr von Mef.ellingen (Diskussion | Beiträge) (Siehe auch)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kirchengebäude

Die Evangelisch-lutherische Kirche Mariae Beate Virginis Nennslingen (= zur beglückenden, herrlichen Jungfrau Maria) steht in der Schmiedgasse 2 in Nennslingen.

Geschichte

Die Kirche ist heute noch von einer starken, etwa 2,50 m hohen Wehrmauer umgeben, die früher sieben Meter hoch gewesen sein soll. Aufgrund der Grabungen von 1988/89 kann man von einer vorromanischen Holzkirche ausgehen. Erstmals urkundlich fassbar ist eine Kirchenweihe in Nennslingen durch Bischof Gundekar zwischen 1057 und 1075. Dieses Gotteshaus war vermutlich schon eine steinerne Kirche.

Daniel BURGER meint, die Nennslinger Kirchenburg war ursprünglich eine Burg, in die die Kirche hereingeholt wurde, der Burgsitz aber ging unter. 1374 erhielten die Schenken von Geyern das Patronatsrecht. Aus dem gleichen Jahr stammt der Westturm, durch den Teile der ältesten Kirche überbaut wurden.

Zwischen 1532 und 1547 wurde der Chor neu errichtet und das Kirchenschiff nach Süden erweitert, 1696 nach Norden. Im südwestlichen Bereich kann man unterhalb des Dachansatzes archaisch anmutende Steinköpfe erkennen. Im Gewölbe des Chores sieht man in Brauntönen gehaltene Fresken aus dem 15. Jahrhundert, die die vier Evangelisten zeigen, und auf der Südseite des Chores im gleichen Stil den Erzengel Michael als Seelenwäger, dessen Flügel wie Pfauenfedern gestaltet sind.
St. Michael als Seelenwäger

An der Südwand des Turmes sind noch Reste einer Szene mit Christus als Schmerzensmann zu erkennen. Unmittelbar an der Südseite des Langhauses befindet sich die Grabkapelle der Schenken von Geyern mit kunstvoll gestalteten Grabplatten für deren verstorbenen Angehörigen.

1811 wurden mehrere kunstvolle Schnitzwerke des Nennslinger Gotteshauses nach Raitenbuch verkauft, unter ihnen die Raitenbucher Madonna, die das Ziel vieler Wallfahrten wurde.

Siehe auch

Nennslingen, römisch-katholische Filialkirche Mariä Namen

Quellen

  • KIESSLING, Gotthard: Denkmäler in Bayern, Band V.70/1 Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, München 2000, S. 382
  • SCHRENK, Johann und ZINK, Karl Friedrich: Gottes Häuser, Kirchenführer Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen; Treuchtlingen und Berlin o. J. (2008); ISBN 978-3-934145-64-1; S. 139 ff
  • ZÖLLER, Edmund: Wegweiser zu Wehrkirchen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Faltblatt; Gunzenhausen o. J.

Literatur

  • EDER, Helmut: Die Ortsgeschichten von Geyern, Syburg und Nennslingen (als Zulassungsarbeit zur ersten Prüfung für das Lehramt an Volksschulen 1969/II); Weißenburg 1969