Schönau

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Karte von 1726. Die Schönau ist rechts (Osten ist oben).

Die Schönau ist ein Weißenburger Stadtteil zwischen der Ostumgehung und der Ludwigshöhe östlich der Holzgasse.

Geschichte

Es handelt sich dabei um einen ursprünglichen Flurnamen, der bereits 1575 auf einer Landkarte mit dem Namen uf der schön festgehalten ist. 1687 taucht der Name auf der Schönau auf und 1726 heißt es Die Schönau. In Weißenburg betont man dabei die zweite Silbe! Die fünfte Seitenstraße links der Holzgasse (damals noch eine Stichstraße) wurde 1961 Schönau benannt, die Verlängerung erfolgte 1984. Das bekannteste und wichtigste Gebäude der Straße ist das AWO-Altenheim, das offiziell AWO-Seniorenzentrum Else und Heiner Stöhr, Schönau 2, heißt (s. a. Heinrich Stöhr).

Es ist anzunehmen, dass es sich bei dem Namen Schönau um die nicht ganz korrekte Übertragung des Mundartwortes "Schena" handelt, was wohl ursprünglich "Die Schöne" bedeutet hat und im Sinne von schöne, gute Weide (für Schafe) verstanden wurde, wie auch der ergänzende Eintrag Reiche Hut auf der nebenstehenden Landkarte von 1726 vermuten lässt. Später hat man es auch als Platz mit schöner Aussicht (auf die Stadt Weißenburg) verstanden.[1] Auch beim Stadelhof gab es den Flurnamen Die Schöne für eine Weide in vergleichbarer Lage.[2]

Namensvettern

Zu den bekanntesten Siedlungen mit dem Namen Schönau gehört Schönau am Königssee.

Der Name Schönau ist mit 102 Namensvettern der Spitzenreiter unter allen Weißenburger Stadtteilen. Allein 41-mal finden wir den Namen in Deutschland, z. B. vier Orte in Thüringen, je fünf in Sachsen und Nordrhein-Westfalen und gar sieben in Oberbayern. Viele werden das Straßenangerdorf im Kreis Eichstätt kennen. 18-mal nennt das Ortsbuch von Österreich den Namen Schönau, davon viermal in Niederösterreich und je fünfmal in Oberösterreich und in Tirol. Und weil der Name eben so schön ist, taucht er auch zweimal in Südtirol, elfmal in Schlesien – davon dreimal mit Zusatz, viermal in Ostpreußen, dreimal in Westpreußen und zweimal im übrigen Polen auf. Doch nicht genug: Im Unterelsass finden wir Schœnau, in Ostsachsen Schönau-Berzdorf auf dem Eigen, in Nordböhmen wird Schönau sechsmal, in Mähren viermal und im Egerland zweimal genannt, in Siebenbürgen und in der Ukraine je zweimal, in Südrussland und den slowakischen Karpaten je einmal. Ja sogar in Sibirien wurde ein Dorf Schönau aufgeführt, dessen amtlicher russischer Name heute Polewoje ist.[3]

Fußnoten

  1. Alle Angaben nach BEIER, Ulf: Von der Höll- zur Paradeisgasse, Straßen- und Wohnstättennamen in Weißenburg, 2. Auflage, Weißenburg 2000, S. 121
  2. Auszug aus dem Grundsteuerkataster von 1869 für den Stadelhof, Fam. Goppelt
  3. Die Ortsnamen wurden den einschlägigen Ortsnamenverzeichnissen von Deutschland, Österreich und der Schweiz entnommen. Für die übrigen Länder bei: KREDEL, Otto und THIERFELDER, Franz: Deutsch-fremdsprachiges (fremdsprachig-deutsches) Ortsnamenverzeichnis. Im Auftrage der Praktischen Abteilung der Deutschen Akademie in München 1931