Sudetendeutsche Landsmannschaft, Kreisgruppe Weißenburg: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Wugwiki
Zur Navigation springenZur Suche springen
Zeile 182: Zeile 182:
  
 
Von jeher war es selbstverständlich, dass Mitglieder der Ortsgruppe jedes Jahr am Sudetendeutschen Tag zu Pfingsten teilnahmen. Die Veranstaltungen waren und sind doch der Höhepunkt im Jahr für die Volksgruppe. Dazu wurden stets Busse von Seiten der SL-Ortsgruppe organisiert, die die Teil-nehmer im Allgemeinen am Pfingstsonntag transportierten. Lediglich bei den  Fahrten zu den Sude-tendeutschen Tagen nach Wien (1959 und 1983) und Köln (1961) waren Übernachtungen eingeplant. Die  Abfahrtszeiten waren bzw. sind so eingerichtet, dass man rechtzeitig zum katholischen Festgot-tesdienst und der anschließenden Hauptkundgebung vor Ort ist.     
 
Von jeher war es selbstverständlich, dass Mitglieder der Ortsgruppe jedes Jahr am Sudetendeutschen Tag zu Pfingsten teilnahmen. Die Veranstaltungen waren und sind doch der Höhepunkt im Jahr für die Volksgruppe. Dazu wurden stets Busse von Seiten der SL-Ortsgruppe organisiert, die die Teil-nehmer im Allgemeinen am Pfingstsonntag transportierten. Lediglich bei den  Fahrten zu den Sude-tendeutschen Tagen nach Wien (1959 und 1983) und Köln (1961) waren Übernachtungen eingeplant. Die  Abfahrtszeiten waren bzw. sind so eingerichtet, dass man rechtzeitig zum katholischen Festgot-tesdienst und der anschließenden Hauptkundgebung vor Ort ist.     
Sonnwendfeiern
+
 
 +
'''Sonnwendfeiern'''
 +
 
 
Seit 1950 wird jedes Mal am 21. Juni, und zwar bei jedem Wetter, am „Kalten Eck“ der Wülzburg ein  Sonnwendfeuer entzündet. Neben dem weit ins Land leuchtenden Feuer –  das Holz stiftet die Firma Lössl – und der Begleitung durch Lieder steht eine „Feuerrede“ im Mittelpunkt der Veranstal-tung. Bei dieser werden – anknüpfend an die Tradition im Sudetenland seit Beginn des „Volkstums-kampfes“ lange vor dem 2. Weltkrieg – heimatpolitische und geschichtliche Themen zur Sprache gebracht. Seit 1989 die SL der Stadt Weißenburg eine sudetendeutsche Fahne gestiftet hat, wird diese immer am 21. Juni am Turm des „Kalten Ecks“ gehisst. Das Sonnwendfeuer lockt immer auch zahlreiche Nichtmitglieder an, sodass auch heute noch bei schönem Wetter bis zu 100 Teilnehmer erscheinen. Oft beteiligten sich auch die Trachtengruppen der Eghalanda Gmoi z‘ Weißenburg und der Schlesier. Die Feier schließt üblicherweise mit dem Lied „Kein schöner Land“.
 
Seit 1950 wird jedes Mal am 21. Juni, und zwar bei jedem Wetter, am „Kalten Eck“ der Wülzburg ein  Sonnwendfeuer entzündet. Neben dem weit ins Land leuchtenden Feuer –  das Holz stiftet die Firma Lössl – und der Begleitung durch Lieder steht eine „Feuerrede“ im Mittelpunkt der Veranstal-tung. Bei dieser werden – anknüpfend an die Tradition im Sudetenland seit Beginn des „Volkstums-kampfes“ lange vor dem 2. Weltkrieg – heimatpolitische und geschichtliche Themen zur Sprache gebracht. Seit 1989 die SL der Stadt Weißenburg eine sudetendeutsche Fahne gestiftet hat, wird diese immer am 21. Juni am Turm des „Kalten Ecks“ gehisst. Das Sonnwendfeuer lockt immer auch zahlreiche Nichtmitglieder an, sodass auch heute noch bei schönem Wetter bis zu 100 Teilnehmer erscheinen. Oft beteiligten sich auch die Trachtengruppen der Eghalanda Gmoi z‘ Weißenburg und der Schlesier. Die Feier schließt üblicherweise mit dem Lied „Kein schöner Land“.
Jahresausflüge
+
 
 +
'''Jahresausflüge'''
 +
 
 
Zur Pflege der Gemeinschaft innerhalb der Ortsgruppe findet alle Jahre ein Tagesausflug mit dem Bus in die nähere oder weitere Umgebung statt. Ziele waren  Orte vom Thüringer Wald bis an den Alpenrand oder Schwetzingen bei Heidelberg, so auch z. B. die Fränkische Schweiz, Neugablonz, Neuburg/Donau, das Sudetendeutsche Haus in München, eine Donauschifffahrt bei Weltenburg usw. Im September 1990 fand anstelle dieser Fahrt eine von Ulf Beier organisierte Tagesfahrt ausschließ-lich für Jugendliche (überwiegend von sudetendeutschen Eltern) statt, die Eger, Karlsbad, Kaaden und das westliche Erzgebirge als Ziel hatte und gut aufgenommen wurde.  
 
Zur Pflege der Gemeinschaft innerhalb der Ortsgruppe findet alle Jahre ein Tagesausflug mit dem Bus in die nähere oder weitere Umgebung statt. Ziele waren  Orte vom Thüringer Wald bis an den Alpenrand oder Schwetzingen bei Heidelberg, so auch z. B. die Fränkische Schweiz, Neugablonz, Neuburg/Donau, das Sudetendeutsche Haus in München, eine Donauschifffahrt bei Weltenburg usw. Im September 1990 fand anstelle dieser Fahrt eine von Ulf Beier organisierte Tagesfahrt ausschließ-lich für Jugendliche (überwiegend von sudetendeutschen Eltern) statt, die Eger, Karlsbad, Kaaden und das westliche Erzgebirge als Ziel hatte und gut aufgenommen wurde.  
Nikolofeiern
+
 
 +
'''Nikolofeiern'''
 +
 
 
Sie finden seit etwa 1950 in der Zeit um den Nikolaustag herum statt und erfreuen sich als Nachmit-tagsveranstaltung  großen  Zuspruchs. Ursprünglich fanden sie mit Weihnachtsspielen im Wildbad-saal  statt, später in den Gaststätten, in denen auch die Monatsabende abgehalten wurden. Die Vorbereitung liegt seit Jahrzehnten wie bei den Muttertagsfeiern in der Hand von Franz und Irmtraud Lössl, die zusammen mit Ernestine Stiepak sowie Ernst und Gerlinde Würl (Höttingen),  die vor allem für den musikalischen Teil verantwortlich sind, eine besinnliche adventliche Feier gestalten. Da-bei liegt der Schwerpunkt auch auf der Erinnerung an das Brauchtum in der alten  Heimat, das zum Teil weitergepflegt wird. Der Auftritt des Nikolos (in Begleitung des Krampus), der die anwesenden Kinder beschenkt, ist selbstverständlich.   
 
Sie finden seit etwa 1950 in der Zeit um den Nikolaustag herum statt und erfreuen sich als Nachmit-tagsveranstaltung  großen  Zuspruchs. Ursprünglich fanden sie mit Weihnachtsspielen im Wildbad-saal  statt, später in den Gaststätten, in denen auch die Monatsabende abgehalten wurden. Die Vorbereitung liegt seit Jahrzehnten wie bei den Muttertagsfeiern in der Hand von Franz und Irmtraud Lössl, die zusammen mit Ernestine Stiepak sowie Ernst und Gerlinde Würl (Höttingen),  die vor allem für den musikalischen Teil verantwortlich sind, eine besinnliche adventliche Feier gestalten. Da-bei liegt der Schwerpunkt auch auf der Erinnerung an das Brauchtum in der alten  Heimat, das zum Teil weitergepflegt wird. Der Auftritt des Nikolos (in Begleitung des Krampus), der die anwesenden Kinder beschenkt, ist selbstverständlich.   
 +
 
Zu allen Veranstaltungen waren und sind immer auch Vertreter der Stadt und der Kirchen gerne ge-sehene geladene Gäste.   
 
Zu allen Veranstaltungen waren und sind immer auch Vertreter der Stadt und der Kirchen gerne ge-sehene geladene Gäste.   
  
Mitteilungsblatt
+
'''Mitteilungsblatt'''
 +
 
 
Seit 1983 erscheint für alle Mitglieder ein Mitteilungsblatt mit den Terminen der nächsten Veranstal-tungen sowie den Namen jener Mitglieder, die im nächsten  Zeitraum Geburtstag haben (höflicher-weise aber ohne Nennung des Geburtsjahres). Ferner betreut von Anfang an Ulf  Beier den Bereich „Jubiläen und Gedenktage“, in dem er auf  Persönlichkeiten aus Böhmen, Mähren und Sudetenschle-sien aufmerksam macht,  die weit über den heimatlichen Raum Bedeutung erlangt haben. Herausge-ber des Mitteilungsblattes ist der jeweilige Ortsobmann. Verfasst wurde es zunächst vom Schriftfüh-rer Hans Schneider bis Ende 1990, dann von Helga Zwickl und Gerold Demel bis 1996, danach vom Ortsobmann Gerold Demel selbst und nach dessen Tod von Gerhard Schmidt. Anfangs erschien es vierteljährlich, seit 1991 dreimal jährlich. Es wird zum Großteil ausgetragen, der Rest per Post zuge-schickt.
 
Seit 1983 erscheint für alle Mitglieder ein Mitteilungsblatt mit den Terminen der nächsten Veranstal-tungen sowie den Namen jener Mitglieder, die im nächsten  Zeitraum Geburtstag haben (höflicher-weise aber ohne Nennung des Geburtsjahres). Ferner betreut von Anfang an Ulf  Beier den Bereich „Jubiläen und Gedenktage“, in dem er auf  Persönlichkeiten aus Böhmen, Mähren und Sudetenschle-sien aufmerksam macht,  die weit über den heimatlichen Raum Bedeutung erlangt haben. Herausge-ber des Mitteilungsblattes ist der jeweilige Ortsobmann. Verfasst wurde es zunächst vom Schriftfüh-rer Hans Schneider bis Ende 1990, dann von Helga Zwickl und Gerold Demel bis 1996, danach vom Ortsobmann Gerold Demel selbst und nach dessen Tod von Gerhard Schmidt. Anfangs erschien es vierteljährlich, seit 1991 dreimal jährlich. Es wird zum Großteil ausgetragen, der Rest per Post zuge-schickt.
  

Version vom 23. Februar 2018, 11:39 Uhr

Wappen der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Die sudetendeutsche Volksgruppe umfasste etwa 3,5 Mill. Menschen, die seit Jahrhunderten bis 1945/46 in den Randgebieten Böhmens, Mährens und Sudetenschlesiens lebten. Der Name ist nach dem Gebirge der Sudeten gewählt als Sammelbezeichnung für die in der k.u. k. Monarchie Österreich-Ungarn lebenden Deutschen in den böhmischen Ländern.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Sudetendeutschen durch die sog. Beneš-Dekrete kollektiv enteignet und vertrieben, ohne nach Schuld der Einzelnen an irgendwelchen Vergehen oder Verbrechen aus der NS-Zeit zu fragen (Kollektivschuld). Demütigungen, Leid und Elend sowie Folter und Morde waren die Folge mit etwa 241.000 Toten.

Als Heimatlose, die nur 50 kg Gepäck mitnehmen durften, wurden sie in Viehwagen gesteckt und über die Grenze abgeschoben. Über eine Million Sudetendeutsche kam nach Bayern. Auch in Weißenburg landeten Sudetendeutsche. Sie bildeten die Sudetendeutsche Landsmannschaft, Kreisgruppe Weißenburg.

Sudetendeutsche in Bayern

Auf Grund des "Koalitionsverbotes" der Militärregierung konnten sich die Sudetendeutschen erst nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 organisieren. Bei der Ausweisung und Vertreibung wurde bewusst darauf gesehen, die Landsleute zerstreut unterzubringen. Erst später konnte eine Zusammenführung vorgenommen und die Gründung von Industriezentren wie Neugablonz (Kaufbeuren), Traunreut (Oberbayern) oder Bubenreuth bei Erlangen geschaffen werden.

Doch bald entstanden in Bayern die ersten Ortsgruppen der Sudetendeutschen Landsmannschaft als überparteiliche und überkonfessionelle Organisation und Gesinnungsgemeinschaften, w. z. B. die Ackermann-Gemeinde und die Seliger-Gemeinde, und im Adalbert-Stifter-Verein fand sich der Wille, das kulturelle Erbe der Heimat zu wahren und zu pflegen.

In der Charta der deutschen Heimatvertriebenen wurde bereits am 5. August 1950 festgelegt:

1. Wir Heimatvertriebenen verzichten auf Rache und Vergeltung. Dieser Entschluss ist uns ernst und heilig im Gedenken an das unendliche Leid, welches im besonderen das letzte Jahrzehnt über die Menschheit gebracht hat.

2. Wir werden jedes Beginnen mit allen Kräften unterstützen, das auf die Schaffung eines geeinten Europas gerichtet ist, in dem die Völker ohne Furcht und Zwang leben können.

3. Wir werden durch harte, unermüdliche Arbeit teilnehmen am Wiederaufbau Deutschlands und Europas.


Die grundsätzlichen Zielsetzungen der Sudetendeutschen Landsmannschaft können deshalb in folgenden Punkten zusammengefasst werden:

1. Die Erhaltung der sudetendeutschen Volksgruppe als kulturelle, politische und soziale Gemeinschaft einschließlich des wissenschaftlichen Erbes.

2. Die Ablehnung des Begriffs einer Kollektivschuld (u. a. Abschaffung der Beneš-Dekrete).

3. Der Verzicht auf Rache und Vergeltung.

4. Der Kampf für das Recht auf Selbstbestimmung und auf die angestammte Heimat für alle Völker (auch ohne Benachteiligung der in der alten Heimat wohnhaften Sudetendeutschen).

5. Das Bemühen der Sudetendeutschen um die Verständigung und Versöhnung mit dem historischen Nachbarn, dem tschechischen Volk, sowie eine Neugestaltung Europas.

Die Volksgruppe hat einen wesentlichen Beitrag zum Wiederaufbau der Bundesrepublik Deutschland geleistet trotz des Traumas der vollkommenen Entwurzelung mit dem Verlust der gesamten Habe, dem sozialen Abstieg der meisten und trotz zahlreicher Widerstände bei Einheimischen.

Aufgabe der Sudetendeutschen Landsmannschaft ist es aber auch, das kulturelle Erbe der Vorfahren zu wahren und zu pflegen. Das geschieht in Weißenburg auf vielfältige Art und Weise, z. B. durch Monatsabende (jeweils am 2. Dienstag im Monat) mit Vorträgen, Filmen u. dgl., in denen Persönlichkeiten oder Ereignisse aus dem sudetendeutschen Raum näher betrachtet werden, durch die jährliche Sonnwend- oder Nikolofeier, durch eine Singgruppe sowie durch Veröffentlichungen. Die letzte trug den Titel: DENK MAL – Gedenkstätten und Gebäude im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen mit Bezug zur Heimat der Deutschen im Osten und deren Vertreibung 1945/46

Vom ersten Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik, T. G. Masaryk, stammt die Aussage: Das Recht eines Volkes unterliegt keiner Verjährung, solange das Volk um sein Recht kämpft.


Mitglieder der Kreisgruppe Weißenburg der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Folgende Mitglieder der Kreisgruppe Weißenburg der Sudetendeutschen Landsmannschaft haben im öffentlichen Leben eine besondere Stellung eingenommen:

  • Barnert Karl, *Hennersdorf, Fabrikant, Weißenburg
  • Beckert Franz, *Saaz, Reg. Bez. Eger; Schlossermeister, ehem. Stadtrat und Ortsobmann der SL Treuchtlingen
  • Beier Ulf, *Eger, Studienrat, Kulturreferent der SL Weißenburg, Verfasser des Weißenburger Straßennamen- und Flurnamenbuches und zahlreicher erdkundlicher, ostkundlicher und namenkundlicher Arbeiten sowie Referent zu diesen Themen und bei der Bayer. Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen/Donau
  • Bock Siegbert, *Haltschitz, Finanzbeamter, ehem. Stadtrat, Bezirksobmann der SL Weißenburg
  • Demel Emanuel, *Troppau/Sudetenschlesien, Rektor, ehem. Stadtrat, Kreisobmann der SL Weißenburg
  • Demel Gerold, *Waldeck/Sudetenschlesien, Justizamtsrat, ehem. Stadtrat, 3. Bürgermeister und Ortsobmann der SL Weißenburg
  • Dr. Eigler Franz, *Bärringen/Erzgeb., Oberamtsrichter, Weißenburg
  • Dr. Dr. Eigler Friedrich, *Falkenau im Egerland, Studiendirektor, Weißenburg, Dozent an der Universität Eichstätt, zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen
  • Faber Josef, *Eger, ehem. Stadtrat, Weißenburg
  • Faber Rosa, *Eger, ehem. Stadträtin, Weißenburg
  • Feix Arnold, *Petersdorf/Sudetenschlesien; Maschinenbauingenieur, Weißenburg, Vorsitzender des Imkervereins, vielfältig in der kath. Pfarrgemeinde Weißenburg engagiert
  • Fraß Franz, *Weipert im Erzgebirge, Bauleiter, Stadtrat, Weißenburg
  • Graf Otto, *Hohenelbe am Riesengebirge, Kaufmann, Stadtrat, Treuchtlingen
  • Güntner Karl, *Eger, Kaufmann, Gründungsmitglied und ehem. Ortsobmann der SL Weißenburg, langjähriger Vorsteher der Egerländer Gmoi z’Weißenburg
  • Hatlapatka, Hedwig, *Pürles, Kr. Luditz, langjährige Ortsvorsitzende der SL Treuchtlingen; Vorstandsmitglied im Trachtenverein Treuchtlingen
  • Hochmuth Adolf, *Hochofen/Neudek im Erzgeb., Studiendirektor, Treuchtlingen; über 30 Jahre in der kirchlichen und staatlichen Erwachsenenbildung tätig, Verfasser philosophischer Taschenbücher; seit 1995 Mitarbeiter im deutsch-tschechischen Versöhnungswerk
  • Hurych Friedrich, *Saaz, ehem. Schulamtsdirektor, Weißenburg
  • Kaiser Ernst, *Kaaden a. d. Eger, ehem. Heimatkreisbetreuer Kaaden, Weißenburg; Träger des Bundesverdienstkreuzes
  • Köhler Karl Franz, *Landskron/Schönhengstgau, ehem. Studiendirektor an der Berufsschule Weißenburg
  • Dr. Lehovec Otto, *Ladowitz, Nordwestböhmen, ehem. Oberstudiendirektor am Gymnasium in Weißenburg, Verfasser zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten
  • Lidl Josef, *Mährisch Trübau/Schönhengstgau, ehem. Gymnasialprofessor, Weißenburg, Musiklehrer und Grafiker; langjähriger Leiter des Weißenburger Kammerorchesters, Gründer des Volkskundemuseums in Treuchtlingen und des Schönhengster Museums in Göppingen,
  • Liebl Franz, *Heiligenkreuz im südlichen Egerland, ehem. Studienrat a. d. Realschule Weißenburg, Schriftsteller, PEN-Mitglied, Kulturreferent der SL Weißenburg
  • Lössl Franz sen., *Elbogen/Eger, Holzhändler, langjähriger Vorsteher der Egerländer Gmoi, Weißenburg
  • Lössl Franz jun., *Oberneugrün, Kr. Falkenau/Egerland, Holzhändler, langjähriger 2. Vorsitzender der SL-Ortsgruppe Weißenburg
  • Lohwasser Josef, *Donawitz b. Karlsbad, ehem. Oberlehrer, Weißenburg
  • Ludwig, Arnold, *Seifersdorf/Sudetenschlesien; selbstständiger Fachmann für Fußbodensysteme, Weißenburg
  • Meier Helmut, *Dt. Wernersdorf in den Sudeten, ehem. Oberstudiendirektor an der Fachoberschule Weißenburg
  • Müller Herbert, *Röwersdorf/Sudetenschlesien, Schuhkaufmann, BdV-Bezirksobmann, SL-Kreisobmann, ehem. Vorsitzender des Finanzausschusses der SL-Bundesversammlung; Weißenburg
  • Nachtmann Josef, *Komotau/Nordwestböhmen, Rechtsanwalt, 1. Bürgermeister a. D., Pappenheim
  • Navratil Hans, *Mährisch Trübau/Schönhengstgau, Fotograf, Stadtarchivar in Pappenheim, mehrere heimatkundliche Veröffentlichungen; Ko-Obmann der SL Pappenheim
  • Nietsch Friedrich, *Jägerndorf/Sudetenschlesien, BB-Beamter, ehem. Stadtrat u. 2. Bürgermeister, Treuchtlingen
  • Nowotny Franz J., *Braunau/Nordostböhmen; Dipl. Ing. Univ., ehem. Prof. f. Tierzucht, Treuchtlingen
  • Nowotny Roswitha, *Katharein b. Troppau/Sudetenschlesien; ehem. Landesfrauenreferentin der SL und Vizepräsidentin im Frauenverband des Bundes der Vertriebenen; Weißenburg
  • Päckert Alfred, *Reischdorf/Erzgebige, Kaufmann; langjähriger Ortsobmann der SL Pappenheim
  • Piller Alois, *Reichenberg, Friseurmeister, langjähriger Ortsobmann der SL Weißenburg
  • Reichl Georg, *Gossau, Kr. Tachau im Egerland, Fachoberlehrer; 1 Vorsitzender des VdK Ortsverbandes Schambach; Dettenheim
  • Rieß Franz, *Weipert/Erzgeb.; Schriftsetzer, ehem. Stadtrat, Weißenburg
  • Scharf Gerhard, *Weipert im Erzgebirge; DB-Dipl.-Verwaltungsbetriebswirt; Vorsitzender des Heimatausschusses Weipert; Weißenburg
  • Scharinger Hans, *Iglau/Mähren, BB-Beamter, ehem. Stadtrat, Weißenburg
  • Schimek Karl, Verw.Angest., langjähriger Schriftführer der Kreis- und Ortsgruppe der SL Weißenburg
  • Schindler Anton, *Pappenheim, Eltern aus Waltsch, Reg.Bez. Eger; Unternehmer, ehem. Stadtrat, Pappenheim
  • Schmidt Gerhard, *Stolzenhain/Erzgebirge, Dipl. Ing. (FH), Stadtrat von 1972-1984; Ortsobmann der SL Weißenburg; 1. Vorsitzender des Kleingartenvereins Weißenburg und im Vorstand des Sängerkreises Weißenburg
  • Schwab Anton, *Eger, Rektor, ehem. Stadtrat, Kulturreferent der SL Weißenburg
  • Schwamberger Erwald, *Grütschau im Böhmerwald, Konrektor a. D. an der Förderschule, Weißenburg
  • Dr. Schwamberger Reiner, *Mischelbach/WUG, Zahnarzt, Weißenburg
  • Siegl Thomas, *Hengstererben/Erzgebirge, ehem. Gemeinderat, Dettenheim
  • Sperlich Edith, *Reichenberg, Oberlehrerin a. D., Treuchtlingen
  • Spitschka Alois, *Wladarz/Nordwestböhmen; letzter deutscher Bürgermeister von Luditz/Egerland; Fabrikant, Vorstandsmitglied im Verband der heimatvertriebenen und mitteldeutschen Wirtschaft in Bayern, Weißenburg
  • Spitschka Herta, *Luditz im Egerland, ehem. Fachoberlehrerin, Weißenburg
  • Dr. Spitschka Horst, *Podersam im Egerland, Studiendirektor an der Fachoberschule Weißenburg; Verfasser zahlreicher Lehrbücher und wissenschaftlicher Arbeiten; langjähriges Engagement in der Volkshochschule Weißenburg (zuletzt 2001 - 2004 2. Vorsitzender, danach bis Mai 2010 Beisitzer im Vorstand); einer der Pioniere des Einsatzes von PCs in der EDV; Ellingen
  • Stiepak Ernestine, *Brünn, Fachoberlehrerin, stv. Kulturreferentin der SL Weißenburg
  • Stiepak Otto, *Zwittau in Mähren, ehem. Oberstudiendirektor der Berufsschule Weißenburg, Kreisrat, Stadtrat und 2. Bürgermeister von Weißenburg
  • Süß Wilhelm, *Hradzen, Kr. Mies; Bankdirektor a. D., Ko-Obmann der SL Pappenheim
  • Dr. Weiß Julius, *Troppau, ehem. Stadtamtmann, Weißenburg
  • Würl Ernst, *Kaaden a. d. Eger, technischer Angestellter; Organist in Hl. Kreuz Weißenburg, Mitglied der Weißenburger Saitenmusik; Höttingen; 2. Vorsitzender der SL Weißenburg
  • Zöllner Brunhilde, *Röwersdorf in Sudetenschlesien, ehem. Handarbeitslehrerin, Weißenburg
  • Zörkler Johann, *Weipert im Erzgebirge, ehem. Realschuldirektor in Treuchtlingen, Kreiskulturreferent der SL; Mitinitiator der Sudetendeutschen Heimatstuben im Treuchtlinger Volkskundemuseum

Diese Aufzählung stellt keine Wertung dar und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


Männer und Frauen der Anfangszeit

Siegbert Bock (* 1910 Holtschitz b. Komotau, † 1981 Weißenburg) war Finanzbeamter, ehemals Stadtrat in Weißenburg (CSU) und SL-Bezirksobmann.

Emanuel Demel (* 1902 in Katharein b. Troppau; gest. 1977 in Weißenburg) Der Oberlehrer und Rektor leitete die Volksschule auf der Wülzburg, dann in Weißenburg, war von 1966-1977 Stadtrat (SPD) in Weißenburg, SL-Gründungsmitglied und SL-Kreis-obmann, der sich mit großem persönlichen Einsatz für die Kreisgruppe verdient gemacht hat und durch seine ausgeglichene Art und menschliche Güte sehr geschätzt wurde. Er war der Vater von Gerold Demel.

Stefan Neumann (* 1903 Neustadt an der Tafelfichte / Isergeb., † 1983 Weißenburg) war Bilanz-buchhalter und lange Jahre Schriftführer, der stenografieren konnte. Er verfasste ausführliche Schreibmaschinenprotokolle, die wertvolle Bausteine beim Erstellen dieser Chronik waren.

Karl Schimek (* 1912; † 1980) war Verwaltungsangestellter und als langjähriger Schriftführer der Kreis- und Ortsgruppe der SL Weißenburg und im Bund der Vertriebenen (BdV) tätig.

Außerdem waren Carl Cahlik (*1900) und Marie Cahlik (*1907), Josef Fischer (*1901; Kreisbeauf-tragter für das Flüchtlingswesen), Paul Philipp (*1888) und Franz Siart (*1911) engagierte Mitglieder der ersten Stunde.

Vorstandschaft

1949 – Jan. 1961: Obmann: Alois Piller sen.; Stellvertreter von Feb. 1953 – Jan. 1961: Otto Hanke

1961-73: Obmann: Otto Hanke; Ehrenvorsitzender und Stellvertreter von 1961 bis 1982: Alois Piller sen. Von 1969 bis 1980 wurde Herbert Müller zum stellvertretenden Ortsobmann gewählt. Nach dem Tode von O. Hanke im September 1973 übernahm H. Müller den Ortsvorsitz bis zur Neuwahl.

1974: Ortsobmann: Karl Güntner; Stellvertreter: Herbert Müller bis 1980 und Alois Piller sen., der am 16.08.1982 verstarb. Ab 8. Jan. 1980 war Karl Drexler Stellvertreter.

1983: Ortsobmann: Hannes Loew vom 10. März bis 6. September 1983; Stellvertreter: Rudolf Rohm und Friedrich Hurych

1984: Ortsobmann: Friedrich Hurych vom 10. Jan. bis 6. Sept. 1984; Stellvertreter: Hans Schneider und Ida Wägemann

1984 – 2007: Ortsobmann: Gerold Demel vom 5. Juni 1984 bis 22. Feb. 2007; Stellvertreter: Hans Schneider und Ida Wägemann (bis 1991); seitdem Stellvertreter: Franz Lössl und Ernst Würl

seit 2007: Gerhard Schmidt ab 10. Juli; Stellvertreter: Franz Lössl und Ernst Würl


Kurzcharakteristik der Ortsobmänner

Alois Piller geb. 1904 in Maffersdorf b. Reichenberg, Friseurmeister, Mann der ersten Stunde mit viel Einsatzfreude für die Belange der SL und der Sudetendeutschen Jugend, Organisation vieler Feiern. Sein Friseurladen in der Bachgasse war ein Treffpunkt der Landsleute.

Otto Hanke geb. 1901; Büroangestellter bei der Firma OSO in Weißenburg; er leitete mit Umsicht und viel Idealismus die Geschicke der Ortsgruppe in einer politisch unruhigen Zeit.

Karl Güntner geb. 1918 in Eger, leitender Angestellter im kaufmännischen Bereich der Firma Aurnhammer in Weißenburg; SL-Gründungsmitglied, engagierter Egerländer mit Tracht, langjähriger Vüastäiher der Eghalanda Gmoi z’Weißenburg. ' Hannes Loew' geb. 1944 in Karlsbad. Studienrat an der Realschule Weißenburg (Deutsch / Geschichte), später Kon-rektor am Realschulzweig der Senefelderschule Treuchtlingen, dann Realschulrektor in Ochsenfurt. Einführung des Mitteilungsblattes (vierteljährliches Erscheinen) als Bindeglied zwischen allen Mit-gliedern (s. u.).

Friedrich Hurych geb. 1933 in Saaz. Schulamtsdirektor in Weißenburg. Beteiligung der Ortsgruppe mit einem Stand am Weißenburger Weihnachtsmarkt 1983 und 1984. Veranlassung einer Buchausstellung über „Lite-ratur aus den Sudetenländern (Böhmen, Mähren, Schlesien)“ in der Stadtbücherei Weißenburg (s. u.); Organisation eines groß angelegten Faschingsballs im Sportheim 1984.

Gerold Demel geb. 1929 in Waldeck / Sudetenschlesien. Justizamtsrat, Rechtspfleger am Amtsgericht Weißenburg, 1984-2002 Stadtrat (SPD) und 3. Bürgermeister Weißenburgs; stellvertretender Obmann der SL-Kreisgruppe und BdV-Orts-vorsitzender, Mitglied in mehreren Vereinen und dadurch gut vernetzt. So konnte er der Landsmannschaft breite Anerkennung verschaffen. Durch seine ruhige und ausgleichende Art war er eine integrierende Persönlichkeit.

Gerhard Schmidt geb. 1940 in Stolzenhain / Erzgebirge, Dipl.-Ingenieur (FH), seit 1988 Leiter der Singgruppe, die durch ihn ein integrierender Bestandteil der SL wurde; seit 2003 Übernahme der Mitgliederkartei von Anni Ippisch und ab 2007 Herausgeber des Mitteilungsblattes. Durch seine Mitgliedschaft in mehreren Vereinen und als ehemaliger Stadtrat (SPD) von 1972-1984 ist er gut vernetzt. Als einsatzfreudigem Mann gelingt es ihm, die SL zusammenzuhalten.

Neben den Ortsobmännern ist noch besonders zu nennen:

Herbert Müller geb. 1930 in Röwersdorf /Sudetenschlesien; Schuhkaufmann; seit 1970 Vorsitzender des Kreisver-bandes des Bundes der Vertriebenen (BdV) sowie des BdV-Bezirksver-bandes seit 1998, seit 1978 Kreisobmann der SL und 1992-2016 Mitglied der SL-Bundesversammlung, 1988-2008 Landesrech-nungsprüfer, 2000-2016 Vorsitzender des Finanzausschusses, 2008-2016 Bundesrechnungsprüfer. In allen Gremien ist er un- ermüdlich und mit großem Einsatz engagiert, hängt viel Zeit, Geld und Kraft in all diese ehrenamtlichen Tätigkeiten, bei denen man merkt, dass sie ihm ein Herzensanliegen sind. Viele kleine und größere Projekte sind seiner Initiative zu verdanken. Sie hier alle aufzuzählen, würde den Rahmen dieser Chronik überschreiten.


Regelmäßige Veranstaltungen während des Jahres

Monatsabende

Sie bilden das Rückgrat der Vereinsarbeit und finden jeweils am 2. Dienstag des Monats statt. Man traf sich bis zum Sommer 1987 in der Gaststätte „Fottner“ (Obere Stadtmühlgasse), bis zum Frühjahr 2014 im „Hospiz“ (Auf der Wied), bis Dezember 2014 im Gasthaus „Zum Hirschen“, seit 2015 in der Gaststätte „Casino“ (Nürnberger Str.). Bei diesen Monatsabenden stehen Vorträge (meist mit Lichtbildern) im Mittelpunkt. Themenschwerpunkt sind dabei Ausführungen über die Geschichte, Land und Leute, Brauchtum und Mundart der böhmischen Länder sowie Jubiläen und gelegentliche Rückblicke auf Ereignisse der SL-Ortsgruppe. Darüber hinaus weitet man den Blick auch auf andere ostkundliche Themen und Räume (z. B. Slowakei, Schlesien, Ostpreußen, Siebenbürgen, ehem. DDR usw.), lud auswärtige Referenten ein, öffnete sich für Diavorträge über den Weißenburger Raum oder zeigte Filme zu den o. g. Themen. In zwei Schaukästen (Friedr.-Ebert-Str. und CVJM-Heim) wird jeweils auf die Termine der Monatsabende aufmerksam gemacht.

Faschingsbälle

Ein jährlicher Höhepunkt war jahrzehntelang der Faschingsball der SL. Er wurde als Maskenball zunächst im Saal des Gasthofes „Zum Kronprinzen“ gefeiert, dann im ehem. TSV-Sportheim in der Jahnstraße und später im Saal der Gaststätte Hospiz, Auf der Wied. Einlagen, w. z. B. der Auftritt der Oberhochstatter Prinzengarde, waren üblich. 1991 fiel der Ball wegen des Golfkrieges aus. Der letzte Faschingsball war eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Landsmannschaft Schlesien im Jahre 2000. Wegen der hohen Kosten und des zu geringen Zuspruchs wurden die Bälle eingestellt. Seither finden nur noch gesellige Nachmittage in der Faschingszeit statt, die ursprünglich zusätzlich für die älteren Mitglieder gedacht waren.

Gedenken an die Märzgefallenen

Alljährlich erinnert die Ortsgruppe an die Opfer des 4. März 1919, als bei friedlichen Kundgebungen für das Selbstbestimmungsrecht der Sudetendeutschen 54 Menschen zwischen acht und achtzig Jah-ren durch tschechisches Militär erschossen wurden, davon allein 26 in Kaaden. Das Gedenken fand bis 2002 im Rahmen des Monatsabends März statt, an dem auch langjährige Mitglieder geehrt wur-den. Der Wiederkehr des Gedenktages zu runden Zehnerjubiläen wurde in großem Rahmen gedacht, z. B. 1979 mit Prof. Ernst Nittner als Festredner. Mehrmals wurde auch ein Fackelzug zum Kaadener Gedenkstein durchgeführt (z. B. 1972-78, z. T. unter Beteiligung von Oberbürgermeister Dr. Zwan-zig),). Seit 2003 gedenkt man der Märzgefallenen auf der Wülzburg an der zentralen von Oberbür- germeister Schwirzer veranlassten Gedenkstätte für die Opfer der Vertreibung.

Muttertagsfeiern

Ein fester Bestandteil des Jahreslaufs sind die Muttertagsfeiern, bei denen die Mütter und ihre Arbeit und Sorge für die Familie von jeher im Mittelpunkt standen und stehen, was in Form von Prosatex-ten, ernsten und heiteren Gedichten und Liedern geschieht. Die Gestaltung liegt seit Jahrzehnten in der Hand von Franz und Irmtraud Lössl, Ernestine Stiepak sowie Ernst und Gerlinde Würl (Höttin-gen), die vor allem für den musikalischen Teil verantwortlich sind.

Besuch des Sudetendeutschen Tages

Von jeher war es selbstverständlich, dass Mitglieder der Ortsgruppe jedes Jahr am Sudetendeutschen Tag zu Pfingsten teilnahmen. Die Veranstaltungen waren und sind doch der Höhepunkt im Jahr für die Volksgruppe. Dazu wurden stets Busse von Seiten der SL-Ortsgruppe organisiert, die die Teil-nehmer im Allgemeinen am Pfingstsonntag transportierten. Lediglich bei den Fahrten zu den Sude-tendeutschen Tagen nach Wien (1959 und 1983) und Köln (1961) waren Übernachtungen eingeplant. Die Abfahrtszeiten waren bzw. sind so eingerichtet, dass man rechtzeitig zum katholischen Festgot-tesdienst und der anschließenden Hauptkundgebung vor Ort ist.

Sonnwendfeiern

Seit 1950 wird jedes Mal am 21. Juni, und zwar bei jedem Wetter, am „Kalten Eck“ der Wülzburg ein Sonnwendfeuer entzündet. Neben dem weit ins Land leuchtenden Feuer – das Holz stiftet die Firma Lössl – und der Begleitung durch Lieder steht eine „Feuerrede“ im Mittelpunkt der Veranstal-tung. Bei dieser werden – anknüpfend an die Tradition im Sudetenland seit Beginn des „Volkstums-kampfes“ lange vor dem 2. Weltkrieg – heimatpolitische und geschichtliche Themen zur Sprache gebracht. Seit 1989 die SL der Stadt Weißenburg eine sudetendeutsche Fahne gestiftet hat, wird diese immer am 21. Juni am Turm des „Kalten Ecks“ gehisst. Das Sonnwendfeuer lockt immer auch zahlreiche Nichtmitglieder an, sodass auch heute noch bei schönem Wetter bis zu 100 Teilnehmer erscheinen. Oft beteiligten sich auch die Trachtengruppen der Eghalanda Gmoi z‘ Weißenburg und der Schlesier. Die Feier schließt üblicherweise mit dem Lied „Kein schöner Land“.

Jahresausflüge

Zur Pflege der Gemeinschaft innerhalb der Ortsgruppe findet alle Jahre ein Tagesausflug mit dem Bus in die nähere oder weitere Umgebung statt. Ziele waren Orte vom Thüringer Wald bis an den Alpenrand oder Schwetzingen bei Heidelberg, so auch z. B. die Fränkische Schweiz, Neugablonz, Neuburg/Donau, das Sudetendeutsche Haus in München, eine Donauschifffahrt bei Weltenburg usw. Im September 1990 fand anstelle dieser Fahrt eine von Ulf Beier organisierte Tagesfahrt ausschließ-lich für Jugendliche (überwiegend von sudetendeutschen Eltern) statt, die Eger, Karlsbad, Kaaden und das westliche Erzgebirge als Ziel hatte und gut aufgenommen wurde.

Nikolofeiern

Sie finden seit etwa 1950 in der Zeit um den Nikolaustag herum statt und erfreuen sich als Nachmit-tagsveranstaltung großen Zuspruchs. Ursprünglich fanden sie mit Weihnachtsspielen im Wildbad-saal statt, später in den Gaststätten, in denen auch die Monatsabende abgehalten wurden. Die Vorbereitung liegt seit Jahrzehnten wie bei den Muttertagsfeiern in der Hand von Franz und Irmtraud Lössl, die zusammen mit Ernestine Stiepak sowie Ernst und Gerlinde Würl (Höttingen), die vor allem für den musikalischen Teil verantwortlich sind, eine besinnliche adventliche Feier gestalten. Da-bei liegt der Schwerpunkt auch auf der Erinnerung an das Brauchtum in der alten Heimat, das zum Teil weitergepflegt wird. Der Auftritt des Nikolos (in Begleitung des Krampus), der die anwesenden Kinder beschenkt, ist selbstverständlich.

Zu allen Veranstaltungen waren und sind immer auch Vertreter der Stadt und der Kirchen gerne ge-sehene geladene Gäste.

Mitteilungsblatt

Seit 1983 erscheint für alle Mitglieder ein Mitteilungsblatt mit den Terminen der nächsten Veranstal-tungen sowie den Namen jener Mitglieder, die im nächsten Zeitraum Geburtstag haben (höflicher-weise aber ohne Nennung des Geburtsjahres). Ferner betreut von Anfang an Ulf Beier den Bereich „Jubiläen und Gedenktage“, in dem er auf Persönlichkeiten aus Böhmen, Mähren und Sudetenschle-sien aufmerksam macht, die weit über den heimatlichen Raum Bedeutung erlangt haben. Herausge-ber des Mitteilungsblattes ist der jeweilige Ortsobmann. Verfasst wurde es zunächst vom Schriftfüh-rer Hans Schneider bis Ende 1990, dann von Helga Zwickl und Gerold Demel bis 1996, danach vom Ortsobmann Gerold Demel selbst und nach dessen Tod von Gerhard Schmidt. Anfangs erschien es vierteljährlich, seit 1991 dreimal jährlich. Es wird zum Großteil ausgetragen, der Rest per Post zuge-schickt.

Siehe auch

Quellen:

DEMEL, Gerold u. a.: 50 Jahre Sudetendeutsche Landsmannschaft, Kreisgruppe Weißenburg, Weißenburg 1999

BADENHEUER, Konrad: Die Sudetendeutschen - eine Volksgruppe in Europa; München 2007. Katalog zur Wanderausstellung, die, gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland und den Freistaat Bayern, 2008 auch in Weißenburg gezeigt wurde.

HABEL, Fritz Peter: Dokumente zur Sudetenfrage; Sudetendeutsches Archiv München 1984

Weblinks: