Friedrich-Ebert-Straße

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Die Friedrich-Ebert-Straße ist eine Hauptstraße in Weißenburg. Sie bildet die Verbindung zwischen dem Marktplatz und der Frauentorstraße.

  • Benennung nach Friedrich Ebert (geb. 1871 in Heidelberg, gest. 1925 in Berlin), der ursprünglich Sattler war. Er wurde dann Schriftleiter, 1913-1919 Vorsitzender der SPD, wurde 1918 Reichskanzler und war von 1919 bis zu seinem Tode Reichspräsident. Er galt als kluger Vermittler zwischen den parteipolitischen Gegensätzen. In den schweren Jahren seiner Amtszeit (u. a. Kommunistenaufstände, Hitler-Putsch, Ruhrbesetzung, harte Reparationsleistungen aufgrund des Versailler Vertrages, Inflation) zeigte er sich als unerschütterlicher Demokrat, der die junge Republik überparteilich und neutral regierte.
  • Von 1933 bis 1947 hieß die Straße Hindenburgstraße, benannt nach dem Nachfolger Friedrich Eberts im Amt des Reichspräsidenten Paul von Beneckendorff und von Hindenburg (geb. 1847 in Posen, damals Kgr. Preußen, gest. 1934 in Neudeck/Westpreußen). Der Generalfeldmarschall des 1. Weltkrieges besiegte im Sommer 1914 die russsischen Truppen bei Tannenberg/Ostpreußen und wurde als erfolgreicher Heeresleiter schnell sehr volkstümlich, 1925 zum Reichspräsidenten gewählt und 1932 wiedergewählt. In den 1930er Jahren wurden in nahezu allen deutschen Städten Straßen nach ihm benannt. Viele heißen heute noch so. In Weißenburg stellte jedoch 1947 die SPD-Fraktion den Antrag auf Umbenennung der Straße aufgrund der Auslegung des Alliierten Kontrollratsbefehls Nr. 30, weil Hindenburg 1933 Hitler - nach einigem Zögern - doch zum Reichskanzler ernannt hatte. Welche Alternative hatte er? Mit der Unterzeichnung des "Ermächtigungsgesetzes" u. a. machte er jedoch den Weg frei für die nationalsozialistische Diktatur.
Das Spitaltor teilt die Friedrich-Ebert-Straße
  • Von 1921 bis 1933 hieß diese Straße Spitalstraße, nachdem sie vorher
  • Innere Spitalgasse (vom Marktplatz bis zum Spitaltor) und Äußere Spitalgasse (vom Spitaltor bis zum Saumarkt) hieß. Diese Namen gehen auf die ehemaligen Spitäler in dieser Straße zurück, nämlich auf
  • das 1331 von Kaiser Ludwig dem Baiern gegründete Spital anstelle des aufgehobenen Augustinerinnenklosters (heute Teil des Landratsamtes), niedergebrannt 1451,
  • das Heilig-Geist-Spital der Stadt, wahrscheinlich 1447 gestiftet, mit der Spitalkirche und dem Spitalturm,
  • das Große Spital, Hausnummer 11, heute Teil der Sparkassenhauptstelle,
  • das Kleine Spital, Hausnummer 10, heute Geschäftshaus,
  • ehem. landwirtschaftlicher Betrieb des Hospitals, Hausnummer 6, ab 1807 Posthalterei, heute Kaufhaus Steingass bis CVJM-Heim[1]

Fußnoten

  1. BEIER Ulf: von der Höll- zur Paradeisgasse, Straßen- und Wohnstättennamen in Weißenburg, 2. Auflage, Weißenburg 2000, S. 60, 164 und 184; dort auch weitere Einzelheiten