Am Hof

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Am Hof ist ein Platz und ein Straßenabschnitt im Zentrum von Weißenburg nahe der St. Andreas-Kirche.

Geschichte

Der Platz Am Hof ist eine der Keimzellen Weißenburgs, in jedem Falle aber die namengebende. Die Anfänge des Königshofes gehen vermutlich bis ins 7. Jahrhundert zurück. Die fränkischen Hausmeier bauten im 8. Jahrhundert ihre Macht durch Königshöfe wie den von Weißenburg aus. Er wurde 867 erstmals urkundlich erwähnt.[1] Die Lage des Königshofes wird heute allgemein westlich des heutigen Platzes vermutet, daher die Bezeichnung "Am" Hof (im Sinne von "Beim" Hof). [2] An der Südseite der Einhorn-Apotheke befindet sich eine Bronzetafel mit folgender Aufschrift: 1029 - 1929 Zur Erinnerung an den 20. Mai 1029, da der karolingische Königshof Wizinburc durch Kaiser Konrad II. dem Reichsgau eingefügt wurde. Aus dem Hof erwuchs die Freie Reichsstadt Weißenburg im Nordgau.[3] Der Platz wurde zeitweise auch als Vieh-, Jahr- oder Wochenmarkt genutzt.[4] Der südliche Teil des Platzes wurde durch die Bombardierung Weißenburgs am 23. Februar 1945 sehr stark beschädigt. An dieser Stelle entstanden Neubauten mit alter Giebelneigung. Nach einer Umgestaltung wurde 1976 der ehemalige Brunnen vom Saumarkt hierher versetzt.[5]

Die Straße umfasst neun denkmalgeschützte Gebäude.[6] Das Haus Am Hof Nr.2 (heute Sanitätshaus Stolz) ist die ehemalige Gold- und Silbertressenfabrik Tröltsch & Hanselmann, die ab 1870 die Produktion in neue Gebäude in der Schulhausstraße verlagerte. Ebenso wurde es im 19. Jahrhundert als Stadtpostamt genutzt. Das Haus Am Hof Nr. 6 (Joppienhaus) ist ehute Teil des Reichsstadtmuseums. Heute befinden sich Am Hof unter anderem das Eiscafe Dolomiti, die Stiftung Kohl'sche Einhorn-Apotheke, das Haus des CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) sowie das Evangelische Altenheim St. Andreas. Am südöstlichen Häuserblock, ungerade Hausnummern 5-15, wurde eine 1985 erfolgreich abgeschlossene private Altstadtsanierung durchgeführt. So wurde zum Beispiel das Haus Am Hof 5 abgetragen, der Fachwerkgiebel aus Eichenholz vorsichtig abgebaut, nummeriert und auf den Neubau wieder aufgesetzt. Beim Haus Am Hof 15, einem alten Hopfenstadel, wurde das Fachwerk entkernt und beim Einbau der Wohnungen neu verfüllt.

Fußnoten

  1. Urkunde Ludwig des Deutschen vom 14. Juni 867 (Bayer. Hauptstaatsarchiv, Kaiserselekt U 41): ad nostram villam quae vocatur Uuizinburc (= zu unserem Hof, der Weißenburg genannt wird)
  2. Am Hof, Beschreibung auf der Homepage der Stadt Weißenburg
  3. Richtig müsste es heißen Weißenburg am Nordgau, da die Stadt selbst nicht zu diesem gehörte, sondern nur angrenzte.
  4. BEIER Ulf: von der Höll- zur Paradeisgasse, Straßen- und Wohnstättennamen in Weißenburg, 2. Auflage, Weißenburg 2000, S. 20; dort auch weitere Einzelheiten
  5. Nähere Einzelheiten zum Straßennamen Am Hof und seiner Geschichte siehe BEIER, Ulf: Von der Höll- zur Paradeisgasse. Straßen- und Wohnstättennamen in Weißenburg, 2. Auflage, Weißenburg 2000
  6. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Am Hof, Weißenburg, Baudenkmäler, Nr. D-5-77-177-16 (PDF)und KIESSLING, Gotthard: Denkmäler in Bayern, Stadt Weißenburg i. Bay., München 2000, S. 19 ff