Schwäbische Rezat

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Die Rezat führt Hochwasser - im Hintergrund Schloss Ellingen

mundartlich

['rεdsad] (weiblich); in Dettenheim [bo:χ] (männlich)

Lokalisierung

kleiner Fluss, der oberhalb von Dettenheim am Steilabfall der Fränkischen Alb entspringt, bei Georgensgmünd zusammen mit der Fränkischen Rezat die Rednitz bildet, die ab Fürth Regnitz heißt und nördlich von Bamberg in den Main mündet. An der Schwäbischen Rezat liegen nach Dettenheim Weißenburg, Ellingen, Pleinfeld und Mühlstetten sowie zahlreiche (ehemalige) Mühlen.

Belege

793 Radentia – 794 Radantia – 1327 Redentz – 1387 Retzend – 1500 Regnizwesserli – 1503 Rednitz – 1571 Retzet – 16. Jh. Bairisch oder Ober Retzach (lies Retzat) – 1715 die schwäbische Rezat – 1726 Ober Rezat[1]

Kommentar

Da Flussnamen nicht an der Quelle entstanden sind, ist es nicht verwunderlich, dass der junge Bach von der Quelle bis hinter Weißenburg in der Umgangssprache bis ins 19. Jahrhundert nur Riedbach hieß. Ried bedeutet: sumpfiges Gelände mit Schilf- und Sumpfgras. In Dettenheim floss der Bach bis zur Kanalisierung 1962/63 in der Mitte der Hauptstr. und Rezatstr. und wurde damals verrohrt. Das jährliche Bachputzen war eine Gemeinschaftsaufgabe.

Deutung des Flussnamens

Radantia geht wie Rednitz auf *Rodantia zurück. Es handelt sich wie beim Namen Rhone (< *Rodanus; im Walliser Deutsch: der Rotten) um eine keltische Bildung mit dem Suffix -antia. Die Basis der Bildung dürfte indogermanisch *rodnos (= Flusslauf?) sein. Durch Umlautung und Zusammenziehen (Kontraktion) entsteht Rezat, was letztlich nur Fluss heißt. Der Name Schwäbische Rezat wird auch damit erklärt, dass Weißenburg von 1500 bis 1806 zum Schwäbischen Reichskreis gehörte.

Parallelnamen

Fränkische Rezat

Fußnoten

  1. Alle Quellen für die Belege und die Namensdeutung sind genannt bei BEIER Ulf: Gewässernamen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Mfr., in: Blätter für oberdeutsche Namenforschung, 44. Jhg., S. 94, München 2007