WUG-Net

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Logo des Vereins WUG-Net

Der gemeinnützige Förderverein Bürgernetz Weißenburg und Umgebung e.V., kurz WUG-Net, ist ein bayerischer Bürgernetz-Verein. Er wurde wurde am 5. Juli 1996 mit dem Ziel gegründet, der Bevölkerung Weißenburgs den Zugang zum Internet zu ermöglichen.

Gründungsgeschichte

Vereinshistorie des WUG-Nets

Bürgernetzbewegung in Bayern und Gründung des WUG-Nets

Als Anstoß zur Gründung des WUG-Nets ist die Initiative „Bayern Online“ der bayerischen Staatsregierung aus dem Jahr 1996 zu sehen. Die Politiker erkannten, dass sich die Gesellschaft von einer Industrie- in eine sog. Telekommunikationsgesellschaft entwickelt. Der technische Fortschritt wird den Menschen immer neue Möglichkeiten der Kommunikation und des Datenaustausches eröffnen. Diese Kommunikationswege sind in Zukunft die wichtigsten Verbindungen zwischen den verschiedenen Regionen Bayerns, zwischen Wirtschaft und Verwaltung und natürlich auch zwischen den Menschen. Folglich ist der „Einsatz von moderne(n) Telekommunikationsmethoden“ das oberste Ziel dieser Initiative. Um das zu erreichen, müssen folgende Hemmnisse beseitigt werden: • „Das mangelnde Wissen in der Bevölkerung und in der Wirtschaft um die Möglichkeiten der Telekommunikation. • Die vergleichsweise geringe Zahl von Anbietern an Online - Diensten und sonstigen Telekommunikationsanwendungen für den deutschsprachigen Raum. • Die unattraktive Kostensituation für die Nutzung dieser Dienste und Anwendungen.“ • Die voneinander unabhängig arbeitenden Computernetze der bayerischen Hochschulen und der bayerischen Behörden sollten zu einem neuen integrierten Behördennetz zusammengefasst werden. Um die Hemmnisse zu überwinden und somit die Ziele zu verwirklichen, wurde das BayNet, ein bayerisches Bürgernetz, gegründet. Es sollte alle bayerischen Hochschulen, staatliche Behörden, Schulen und soweit möglich auch die Öffentlichkeit verbinden. Um auch die Bürger zu erreichen, wurden überall in Bayern geeignete Organisatoren gesucht und sog. Bürgernetze gegründet. Im Landkreis Weißenburg und Gunzenhausen wurden zwei verschiedene Vereine gegründet: das WUG-Net und das GUN-Net. Der Weißenburger Verein, das WUG-Net, kurz für „Förderverein Bürgernetz Weißenburg und Umgebung e.V.“, wurde am 5. Juli 1996 gegründet. Der erste Vorsitzende des Vereins war Horst Spitschka.

Vorlauf vor dem Online-Gang

Bevor das WUG-Net an das Internet angeschlossen werden konnte, musste noch folgendes großes Problem bewältigt werden. Durch die Oberfinanzdirektion Münster wurde am 6. Februar 1996 folgende Entscheidung gefällt:

„Die Förderung privater Datenkommunikation durch Zurverfügungstellung von Zugängen zu Datenkommunikationsnetzwerken stellt (...) die Verfolgung eines privaten, nicht gemeinnützigen Zweckes dar.“

Denn Gemeinnützigkeit bedeutet, dass im „steuerrechtlichen Sinn (...) die Zweckbestimmung von (...) Personenvereinigungen (...) ausschließlich und unmittelbar gemeinnützig(...)“ ist. Aus diesem Grund dürfen die Bürgernetze als gemeinnützig eingetragene Vereine keine kostenpflichtige Dienstleistungen, wie zum Beispiel kommerzielle Provider, erbringen, was sie mit dem Erheben einer Onlinegebühr jedoch täten. Da die bayerischen Bürgernetze nun keine steuerabzugsfähigen Spendenquittungen mehr an ihre Sponsoren geben könnten, würde ihnen dann auch deren Unterstützung fehlen.

Deshalb empfahl das bayerische Finanzministerium später die Gründung eines zweiten Vereins, eines sog. Betreibervereins. Die Aufteilung des WUG-Nets in zwei Vereine mußte vollzogen werden, da Finanzminister Huber darauf „beharrt(e) (...), dass das Betreiben eines Einwählknotens einen eigenwirtschaftlichen Zwecke darstellt, selbst wenn es unentgeltlich bzw. kostengünstig erfolgt“ . Die endgültige Lösung stellte Huber Ende Januar 1997 vor. Zum einen einen steuerpflichtigen Betreiberverein, der den Einwahlknoten betreibt, sprich die technischen Geräten. Zum anderen einen steuerbegünstigten Förderverein, der sich mit der Aus- und Fortbildung interessierter Bürger und Mitglieder befasst. Huber begründete seine „Hilfskonstuktion“ damit, dass „der Förderverein (so,) (...) ohne Gefahr für seine Gemeinnützigkeit, angemessene Entgelte (an den Betreiberverein) für die Bereitstellung von Einrichtungen zu Unterrichtszwecken entrichten“ kann.

Das WUG-Net hatte die von Huber vorgschlagene Lösung schon lange vorher entwickelt. Es gründete schon am 10. Januar den Betreiberverein und wählte Manfred Köhler zum Vorsitzenden. Um den Verlust der Gemeinnützigkeit zu vermeiden, trafen sich am 24. Februar 1997 Gerhard Wägemann, Vertreter des WUG-Nets, Steuerberater Dürr und Vertreter des Finanzamtes Ansbach, um die genaue Aufgaben- und Kompetenzverteilung zwischen Betreiberverein und Förderverein zu vereinbaren. Der Betreiberverein, „eine steuerpflichtige wirtschaftliche Einrichtung in der Rechtsform eines eingetragenen Vereines“, kaufte von da an die Hardware und stellte sie dem Förderverein zu marktüblichen Preisen zur Verfügung, der diese Leistungen mit Spendengeldern und Mitgliedsbeiträgen beglich. Der Förderverein, „eine spendenbebünstigte Einrichtung in der Rechtsform eines eingetragenen Vereines mit dem Zweck der Volksbildung“ , durfte ab sofort im Rahmen von Schulungen einen Internetzugang für seine „Schüler“ betreiben.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Vorbereitungen für den Online-Gang schon weit fortgeschritten, d.h. die Web-Seite des WUG-Nets war schon weitestgehend fertiggestellt und es wurden bereits 50.000.- DM vom Förderverein in technische Geräte investiert. Ebenfalls waren schon zahlreiche Kurse in Vorbereitung. Es war geplant, diese dann möglichst vielen Weißenburgern über die Volkshochschule anzubieten und den Unterricht im Computer Informations Treff (CIT) in der Doer­flervilla abzuhalten. Ab März 1997 war das WUG-Net dann im Probebetrieb an das Internet angeschlossen, um vor dem endgültigen Start noch die gröbsten Fehler zu beseitigen.

Am 24. April 1997 wurde es offiziell durch einen Festakt im Wildbadsaal Weißenburg durch „Staatssekretär Rudolf Klinger – zugleich Landesvorsitzender der bayerischen Bürgernetzvereine – , (...) Oberbürgermeister Reinhard Schwirzer, Landrat Georg Rosenbauer und WUG-Net-Vorsitzenden Horst Spitschka“ eingeweiht. Den „rund 150 Besuchern (wurde) durch (...) Kurzpräsentationen auf (...) (einer) Großleinwand“ gezeigt, welche Möglichkeiten das Internet seinen Nutzern unter der Internetadresse www.wugnet.baynet.de bieten würde.

Vereinsrelevante Ereignisse nach dem Online-Gang

Die Vereinsgeschichte des WUG-Nets endete natürlich nicht mit dem Online-Gang. Zum Beispiel überschritt das WUG-Net am 6. Oktober 1997 die Zahl von 500 Mitgliedern. Außerdem wurde das Design der Web-Seite im März 1998 und im November 2000 modernisiert und aktualisiert, und so den Anforderungen der Nutzer angepasst.

Aus dem gleichen Grund beteiligte sich das WUG-Net im Februar 1999 „ideell - nicht finanziell“ an der TDKG Teledienst GmbH & Co KG. Diese Zusammenarbeit sollte gewährleisten, dass die Übertragungsrate, d.h. die Geschwindigkeit des Internetzugangs, der Mitglieder weiterhin angemessen hoch blieb. Im Rahmen der Inbetriebnahme der neuen Verbindung zum Internet verlegte das WUG-Net seinen Sitz und die technischen Geräte, u.a. die Server, vom alten Arbeitsamtsgebäude in die Bortenmachergasse 2. Im November 1999 wechselte es nochmals seinen Provider und war ab sofort durch die Amromedia Internet Service GmbH mit dem World Wide Web verbunden.

Das WUG-Net änderte sich nicht nur technisch, sondern auch personell, so wurde im Mai 2000 die Vorstandschaft des Fördervereins neu gewählt. Ab sofort leitete es Edith Heckel bis heute als Vorsitzende. Dr. Horst Spitschka gehörte dem Vorstand weiterhin als Beisitzer an. [1]

Förderverein Bürgernetz Weißenburg und Umgebung e.V.

Gründungsmitglieder

Reinhold Bauer, Dr. Friedrich Heyder, Manfred Köhler, Günther Kohn, Jürgen Maas, Uwe Ritzer, Rita Smischek, Gerhard Wägemann, Heinz Weixelbaum, Georg Rosenbauer, Reinhard Schwirzer, Dr. K.-F. Ossberger, Dr. Horst Spitschka

Vorstandschaft

1. Vorstand: Edith Heckel

2. Vorstand: Gerhard Wägemann

Schatzmeister: Hans Thoma

Schriftführer: Ingrid Archinger

Kassenprüfer: Matthias Ostermeier und Gerhard Sauber

Beisitzer: Manfred Köhler, Günter Schmoll und Rainer Jasef

Betreiberverein Bürgernetz Weißenburg und Umgebung e.V.

Gründungsmitglieder

Rudolf Dürr, Andreas Hecker, Dr. Friedrich Heyder, Günther Kohn, Manfred Köhler, Franz Luber, Jürgen Maas, Thomas Merkel, Horst Spitschka, Gerhard Wägemann, Heinz Weixelbaum, Hermann Wißmüller

Vorstandschaft

1. Vorstand: Martin Heckel

2. Vorstand: Henning Hildebrand

Schatzmeister: Rudolf Dürr

Schriftführer: Matthias Ostermeier

Beisitzer: Manfred Köhler, Christian Lengl, Gerhard Wägemann, Thomas Hanke

Chronik des Bürgernetzes Weißenburg und Umgebung e.V.

  • 5. Juli 1996: Gründung des Fördervereins Bürgernetz Weißenburg und Umgebung e.V.
  • 5. August 1996: Vorläufige Bescheinigung des Finanzamts Ansbach betr. Gemeinnützigkeit
  • August 1996: Beginn der Vorarbeiten in Arbeitsgruppen
  • 8. August 1996: Mitgliedschaft der 1. Gemeinde, der Verwaltungsgemeinschaft Nennslingen
  • 25. September 1996: Harald Litwa meldet sich als 100. Mitglied beim Förderverein
  • 23. Oktober 1996: Zusage des Landrats Georg Rosenbauer sich dafür einzusetzen, dass das WUG-Net Räume im alten Arbeitsamt bekommt, um die Anlage dort unterzubringen
  • Oktober 1996 bis Februar 1997: Anstrengung zur Lösung der steuerrechtlichen Probleme. Trotz intensiver Bemühungen der Arbeitsgruppen die Hardware- und Software-Erstausstattung und auch die Schulungen und Erstellungen der Web-Seiten voranzutreiben
  • 10. Januar 1997: Gründung des Betreibervereins Bürgernetz Weißenburg und Umgebung e.V.
  • 24. Februar 1997: "Grünes Licht" durch das Finanzamt Ansbach betr. die Zusammenarbeit zwischen Förder- und Betreiberverein
  • 25. Februar 1997: Bestellung der Hardware
  • 6. Oktober 1997: Christoph Faber meldet sich als 500. Mitglied an
  • Februar 1998: Aufrüstung der Standleitung auf 128 Kbit
  • Februar 1998: Umstellung auf neuen E-Mail-Server
  • März 1998: Neues WUGNET-Design
  • Februar 1999: Umzug WUG-Net in die Bortenmachergasse 2
    • Aufrüstung der Standleitung auf ein MBit
  • November 1999: Das WUG-Net wechselt den Provider und stellt gleichzeitig auf ein neues Design um
    • Aufrüstung der Standleitung auf zwei MBit
  • Mai 2000: Neuer Vorstand im WUG-Net Edith Heckel
  • Oktober 2000: Umstellung auf neues Design
  • April/Mai 2001: Teilnahme an der Messe WUG2001
  • Februar 2003: Umstellung auf neuen Mailserver
  • 30. Mai 2003: Umzug auf die Ludwigshöhe
  • Mai 2005: Umstellung auf neuen Web-Server. Gleichzeitig erfolgte die Umstellung der Inhalte auf ein CM-System.
  • Februar 2006: Neuer Webserver für Mitgliederseiten
  • März 2007: Umzug in die Speltergasse

Ziele

Ziele von WUG-Net sind, alle Bevölkerungs-, Wirtschafts- und Gesellschaftsschichten in Weißenburg und Umgebung für die Möglichkeiten der modernen Kommunikationstechnologien zu interessieren und sie bei deren Nutzung zu unterstützen.

So können Sie die Chancen dieser Medien erkennen und für sich nutzen.

Der Verein führt zu diesem Zweck geeignete Fortbildungsveranstaltungen, Seminare und Vorträge mit Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft durch.

  • Das WUG-Net berät Sie
    • bei Problemen rund um Ihren Computer.

  • Als Mitglied im Förderverein erhalten Sie
    • bei Hard- und Software-Problemen bevorzugte Beratung,
    • Unterstützung und Hilfe telefonisch oder persönlich am Donnerstag im WUG-Net. Email-Postfach mit Viren- und Spamschutz. Auch auf Reisen können Sie von jedem Internet-PC Ihre Emails anschauen und ggf. darauf antworten. Speicher für eine Homepage incl. FTP-Zugang, Vergünstigung beim Besuch von WUG-Net-Schulungen

Fußnoten

  1. 1.1 bis 1.3 Auszüge aus der Facharbeit von John N. Stolz vom 02.01.2001

Weblinks