Reinhard Schwirzer

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Reinhard Schwirzer

Reinhard Schwirzer, (*7. März 1947 in Weißenburg) war 24 Jahre lang der Oberbürgermeister der Stadt Weißenburg. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Leben und Wirken

24 Jahre war Reinhard Schwirzer Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Weißenburg i. Bay. - von 1984 bis 2008, also vier Wahlperioden (im Gegensatz zu seinen Vorgängern, die es auf maximal zwei gebracht hatten). Schwirzer hatte ab 1968 Jura und Politikwissenschaften in Freiburg studiert. Die Studentenbewegung hat ihn politisch beeinflusst. 1976 kehrte er nach Weißenburg zurück und übernahm die Anwaltskanzlei seines Vaters. Es gelang dem damaligen CSU-Stadtverbandsvorsitzenden Dr. Joachim Henker, Reinhard Schwirzer für die Christlich Soziale Union zu reaktivieren, der als engagierter Gegner des damals sehr störenden Tieffluglärms durch Militärflugzeuge auf sich aufmerksam machte. 1978 wurde er in den Stadtrat gewählt. Es folgten der CSU-Ortsvorsitz und 1984 die Wahl zum Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Weißenburg in Bayern. Auch die OB-Wahlen 1990, 1996 und 2002 gewann er jeweils deutlich. Von 1984 bis 2008 gehörte Reinhard Schwirzer dem Kreistag an. 2003 übernahm er für drei Jahre die Führung der CSU-Kreistagsfraktion. 2008 trat er wegen eines Zerwürfnisses mit einem Teil der Fraktion aus der CSU aus. Seit seiner ersten Wahl 1984 ist in seiner Doppelfunktion als Oberbürgermeister von Weißenburg und als Kreisrat vieles in Weißenburg von ihm veranlasst oder/und wesentlich mitgetragen und ausgeführt worden:

Stadtverwaltung

Beim Amtsantritt von Schwirzer stand die Stadtverwaltung sowohl räumlich-baulich als auch ausstattungsmäßig völlig unzureichend da. Dieser Zustand musste dringend behoben werden. Schwirzer veranlasste eine gründliche Reformierung und Modernisierung. Der Bau des Neuen Rathauses, der in Abschnitten erfolgte, war das Kernstück für die Zusammenlegung der bis dahin auf viele Dienststellen im Stadtgebiet verteilten Stadtverwaltung, die einer effektiven Zusammenarbeit hinderlich waren. Schwirzer förderte auch eine systematische Weiterbildung seiner Verwaltungskräfte und veranlasste einen gemeinsamen Personalrat für alle Angestellten statt vieler kleiner. Die Verwaltung selbst wurde in vielen kleinen Schritten neu organisiert und gegliedert, u. a. wurden für alle wichtigen Positionen Vertreter eingesetzt. Die Kompetenzen zwischen Verwaltung und Stadtrat wurden den modernen Gegebenheiten angepasst, indem in manchen Bereichen (z. B. Bauangelegenheiten) die Selbstständigkeit der Verwaltung erhöht wurde.

Auch die Städtischen Werke wurden baulich und strukturell völlig neu aufgestellt: Umwandlung in eine städtische GmbH statt Verkauf von wesentlichen Teilen an große Versorger, Trennung von technischem und kaufmännischem Bereich mit größeren Freiräumen für die Geschäftsführer; Neuaufstellung im Bereich Wasser: Ziel war es, die Wasserversorgung aus eigenen Kräften zu lösen (Nachhaltigkeit vor Ort), um nicht in so hohem Maße von der Fernwasserleitung aus dem Lechgebiet abhängig zu sein. Dies führte u. a. 1995/96 zur 160 Meter tiefen Grundwasserbohrung mit Pumpwerkbau am Kühlenbach bei Dettenheim und diente zur Entlastung des gefährdeten Wassereinzugsgebietes an der Lettenmühle.

Bauhof und Stadtgärtnerei wurden nachhaltig modernisiert und zusammengelegt. Ihre Leiter vertreten sich jetzt gegenseitig, die Organisation wurde gestrafft. Neue Räumlichkeiten wurden geschaffen.

Der Schlachthof als massives Defizit bringendes Unternehmen wurde aufgelöst, die geforderten Investitionen in die Bereiche Hygiene und Umwelt wären unwirtschaftlich gewesen. Das Gelände stand somit für den Neubau der Feuerwehrzentrale zur Verfügung. Der bisherige Standort Schranne in der Altstadt war nicht mehr tragbar. Der für die Feuerwehr vorgesehene Standort an der Schulhausstraße wurde damit für das Parkhaus frei (s. u.).

Durch die oben genannten und weitere Maßnahmen gelang es Oberbürgermeister Schwirzer, einen konsequenten Schuldenabbau zu erreichen, der beispiellos unter den Städten vergleichbarer Größe in Bayern ist und der nur durch einen strikten Sparkurs möglich war. Dies ist sein großes Verdienst. Die Pro-Kopf-Verschuldung je Einwohner lag am Ende seiner Dienstzeit nur noch bei 21 Euro. Es konnten Rücklagen gebildet werden und es war mehr Raum für Investitionen geschaffen, weil keine drückenden Schulden und deren Zinsen den Haushalt belasteten.

Verkehrswesen

  • systematische Sanierung der Altstadtstraßen;
  • Sperrung des Durchgangsverkehrs am Gotischen Rathaus und damit Beruhigung des innerstädtischen Verkehrs, Einführung eines Einbahnstraßensystems in der Altstadt;
  • Parkplätze: Verbesserung der Parkplatzsituation durch Errichtung des kostenlos zu benützenden Parkhauses in der Schulhausstraße sowie des Großparkplatzes am Seeweiher (ehem. Betriebsgelände der ausgesiedelten Firma Oechsler), Verbesserung der Parksituation um den Bahnhof;
  • Ostumgehung: Projekt der Umgehungsstraße in den vordringlichen Bedarf gebracht; Anschluss des Schulviertels über die Ostumgehung und über die Erschließung der Wiesenstraße, Überführung der Niederhofener Str. über die Umgehungsstraße bei der Ausfahrt Krankenhaus,
  • Radwegenetz von der Kernstadt in die Ortsteile,
  • erfolgreiches Eintreten gegen den Ausbau der Staatsstraße durch das Schambachtal auch aus Gründen des Umweltschutzes und Durchfahrtsbeschränkung für den Schwerverkehr (mit nachhaltiger Unterstützung durch die Bürger Suffersheims), [Abstufung zur Kreisstraße im November 2012]
  • Initiative zum Bau der Westtangente (ab 2012 gebaut).

Wirtschaftliche Entwicklung

  • Förderung der Stadtentwicklung Richtung Süden u. a. durch Ankauf und Erschließung der Gewerbegebiete Süd I und II, Anlegen des Gewerbegebietes West, um langfristig Flächen für neue Projekte der Wirtschaft anbieten zu können (z. B. Technologietransferzentrum);
  • Verbesserung der Trinkwasserversorgung (s. o.);
  • Erschließung neuer Wohngebiete in der Kernstadt und den Ortsteilen (z. B. Wülzburger Hang, Erweiterung des Baugebietes auf der Ludwigshöhe, Bebauung des Geländes des alten Krankenhauses in der Geheimrat-Dr.-Dörfler-Straße, Gartenfeld, Kauf des Sportgeländes an der Jahnstraße sowie Baugebiete in Emetzheim, Holzingen, Kattenhochstatt, Weimersheim usw.).
  • Sanierung und Aufwertung des städtischen Forstamtes (statt Verstaatlichung) auch als Amt für Nachhaltigkeit und Umweltpflege (Einrichtung von Ausstellungsräumen, Durchführung von Exkursionen, enge Zusammenarbeit mit der Stadtgärtnerei, Errichtung des Obstlehrgartens bei Kehl); Zukauf von etwa 200 ha Wald. Der „Wald“ wurde als Entwicklungsziel aufgenommen; 2001 wurde die Stadt für vorbildliche Waldbewirtschaftung mit dem Staatspreis ausgezeichnet.
  • Schwirzer war Mitglied im regionalen Planungsverband, der bei der Ansiedelung von Einkaufsmärkten u. ä. zustimmungsberechtigt ist. So konnten Spezialmärkte in Weißenburg eröffnen, z. B. Elektromarkt in der Adolph-Kolping-Str.).
  • Bemühungen um neue Strukturen im Fremdenverkehr durch organisatorische Einbindung des Weißenburger Raumes neben dem Naturpark Altmühltal in den Tourismusraum Fränkisches Seenland (s. a. unten).

Investitionen im Bereich Kultur, Bildung und Sport

Neben der Förderung der Wirtschaft war die der Kultur immer ein Hauptanliegen des ehemaligen Oberbürgermeisters. So konnte in seiner Dienstzeit überdurchschnittlich viel bewegt werden.

Schulen und Sportstätten

Schulhausneubau in Emetzheim (Erhalt der wohnortnahen Beschulung der Grundschüler), Ankauf von Flächen und damit Schaffung der Voraussetzungen für die Errichtung der Schule zur individuellen Lernförderung mit Sonderpädagogischem Förderzentrum an der Wiesenstraße, Erweiterungsbau der Staatlichen Berufsschule mit Werkstättenbau, Schaffung der Voraussetzungen für den Erweiterungsbau der Staatlichen Realschule, Sanierung der Zentralschule (Grundschule), Einsatz für die Einrichtung einer 10. Klasse an der Hauptschule (heute Mittelschule), Erhalt und Ausbau der Landwirtschaftsschule, Bereitstellung aller Flächen, auf denen sich heute Sportstätten in der Stadt befinden, sowie Schaffung der Voraussetzungen zu deren Errichtung (z. B. Sportgelände an der Wiesenstraße, Sportpark Rezataue, Halfpipe für Skater, Errichtung der Dreifachturnhalle des Landkreises u. a. m.), Ausbau und Umgestaltung des Hallenbades zur „Mogetissatherme“, Sanierung des Freibades und Ausbau zum „Limesbad“ mit Wasserrutsche u. a.

Errichtung neuer Kindergärten (z. B. An der Schnürleinsmühle, im alten Holzinger Schulhaus), Übernahme des Kindergartens in der Breitungstraße in Weißenburg vom Missionsdienst für Christus sowie Einrichtung einer Kinderkrippe dort, Sanierung des Städt. Kindergartens Am Hof, Einrichtung eines Kinderhorts in der Stichvilla.

Weitere Projekte waren der Kauf des Gebäudes der damaligen Kreisbibliothek mit anschließender Generalsanierung und einem Anbau und der Umgestaltung zur Stadtbibliothek (zwischenzeitlich gehörte sie dem Kreis - es ging um die Gleichbehandlung der Büchereien in Weißenburg und Gunzenhausen);

Errichtung des Reichsstadtmuseums neben dem Römermuseum nach modernen museumspädagogischen Gesichtspunkten sowie eines Fotoarchivs und eines Depots mit Werkstätte am Ellinger Tor.

Errichtung des „Hauses Kaaden“ (durch Kauf des Gebäudes und dessen Umgestaltung - weitgehend mit Stiftungsmitteln und Spenden finanziert), in dem neben einem Büro des Städt. Kulturamtes ein kleines Museum über die Aufnahme und Integration der Heimatvertriebenen in Weißenburg untergebracht ist und die Sammlungen der ehemaligen Kaadener Heimatstuben aufbewahrt sind. Bereits 1990 hat Schwirzer die Herausgabe des 1. Weißenburger Heimatbuches „Flüchtlingslager Wülzburg – Ankunft und Integration der Heimatvertriebenen in Weißenburg“ veranlasst, der Autor war Walter König.

Manches wurde erst durch die Sparkassen-Kulturstiftung möglich. Sie wurde 1992 von Reinhard Schwirzer in seiner Eigenschaft als langjähriger Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Sparkassen ins Leben gerufen und deren Vorsitzender er noch ist. Beispielhaft seien genannt: die Förderung der Schulen und anderer Kulturträger, die Mitfinanzierung der Büste von Erwin Schulhoff im Hof der Wülzburg, der Weißenburger Heimatbücher (s. u.), der Wülzburgmodelle im Inforaum auf der Wülzburg oder die sog. „Onleihe“ der Stadtbibliothek.

Das Bergwaldtheater einschließlich der erforderlichen Nebengebäude wurde modernisiert. Durch Kauf und Ausbau der Nebenräume der Karmeliterkirche konnte diese als ansprechendes Kulturzentrum aufgewertet werden. Die Sanierung des gesamten Wildbadgebäudes war dringend erforderlich geworden. Die Musikschule erhielt dabei Räumlichkeiten im Erdgeschoss. Diese Einstellung entspricht der Grundüberzeugung Schwirzers, dass Kultur in einer Kleinstadt angesichts der geringeren Geldmittel als in den Ballungsräumen die enge Partnerschaft von privater und öffentlicher Einsatzbereitschaft braucht.

Das Stadtarchiv führte ein Schattendasein im Keller des Ämtergebäudes an der Jahnstraße. Zu Schwirzers Zeiten wurde ein hauptamtlicher Archivar eingestellt (später eine zweite Vollzeitkraft) und es wurde räumlich und finanziell besser ausgestattet, die der „Weißenburger Blätter - villa nostra“ gefördert und die Herausgabe der Weißenburger Heimatbücher ins Leben gerufen und über Stiftungen finanziert oder teilfinanziert.

Die ideelle und finanzielle Förderung des Volksbildungswerkes und dessen Umwandlung in eine Volkshochschule war ein weiterer Teil der Arbeit, ebenso wie der Einsatz für den Erhalt und die Sanierung der Wülzburg durch einen Mehrjahresplan einschließlich der Errichtung einer zentralen Gedenkstätte an das Aufnahmelager für die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg (Wülzburg - Gedenkstätten). Auch die würdige Gestaltung des Russischen Friedhofes im Fallgarten, in dem Gefangene, die auf der Wülzburg interniert waren, begraben sind (Schulhoff) oder die zwei Modelle über die Wülzburg im neu geschaffenen Inforaum sind auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters entstanden. Ebenso wurden die wissenschaftlichen Arbeiten u. a. von der Stadt Weißenburg gefördert, und zwar sowohl über die Wülzburg[1] als auch zur Denkmaltopographie über die Stadt und den Landkreis von Gotthard Kießling (Denkmäler in Bayern), der im Rathaus ein vorübergehendes Arbeitszimmer hatte. Auch die von Emmi Böck 1995 herausgegebenen „Sagen aus Mittelfranken“ wären ohne die Initiativen von Schwirzer zur Finanzierung nicht möglich gewesen.

Hervorzuheben sind ebenso seine Initiativen zur Untersuchung der römischen Geschichte Weißenburgs, z. B. Ausgrabungen am Römerkastell als Grundlage für die Rekonstruktion des Nordtores des Castrums (gegen deutliche Widerstände im Stadtrat, es waren jedoch Zuschüsse von über 70 % möglich) als Initialzündung. Dadurch nimmt Weißenburg heute eine Schlüsselstellung zur Darstellung der römischen Geschichte in Bayern ein. Durch seine Mitgliedschaft in der Deutschen Limeskommission konnten Zuschüsse für Weißenburg erwirkt werden. Das Römermuseum als Zweigmuseum der Bayerischen Archäologischen Staatssammlung konnte erweitert werden und zeigt immer wieder Sonderausstellungen. Es folgten der Aufbau des zentralen Bayerischen Limes-Informations­zentrums am Martin-Luther-Platz und die Gründung der „Limesstraße“ zusammen mit dem damaligen Oberbürgermeister von Aalen. Der bayerische Streckenabschnitt wurde von Schwirzer mit Helfern organisiert.

Die Hospitalstiftung Zum Heiligen Geist wurde finanziell saniert, indem Grundstücke in Erbbaurecht verpachtet wurden. Die Erhaltung der Spitalkirche wurde Stiftungszweck.

Die Freilegung des Stadtgrabens von jeder Bebauung wurde konsequent weitergeführt (Stadtratsbeschluss aus der Zeit von OB Lenz), u. a. wurden die Brücke vor dem Ellinger Tor und die Buckelquaderstadtmauer dort wieder freigelegt und der Stadtgraben hier und andernorts öffentlich zugänglich gemacht.

Nicht zuletzt sei die Gründung der Stadtjugendkapelle Weißenburg genannt, die Schwirzer angestoßen hat und die finanziellen Voraussetzungen schuf für Instrumente, Noten, Uniformen, Unterricht usw.

Investitionen im Bereich sonstiger Infrastruktur

  • Altstadtsanierung (z. B. Am Hof, Auf der Kapelle mit Millenneumsbrunnen, Äußere Judengasse, Gotisches Rathaus, Schranne usw.);
  • Stadtgarten an der Geh.-Dr.-Dörfler-Str.,
  • Einführen von Straßennamen in den Ortsteilen;
  • massive Förderung der Alten- und Pflegeheimsanierungen (z. B. AWO-Heim, Caritasheim, Evang. Altenheim St. Andreas) - dabei stieg die Stadt mit einem hohen Eigenanteil ein, um den Landkreis und den Freistaat Bayern ebenfalls zu verpflichten;
  • Ausbau des Krankenhauses Weißenburg und Konzeption der Zusammenarbeit auf Kreisebene mit dem Krankenhaus Gunzenhausen sowie Einrichtung von entsprechenden Fachabteilungen;
  • Erhalt des Standortes Weißenburg als Sitz eines Amtsgerichts und Erweiterungsbau am Gebäude des ehemaligen Finanzamtes in der Niederhofener Str.;
  • Erhalt des Arbeitsamtes in Weißenburg und Neubau in der Schwärzgasse;
  • Errichtung des Recyclinghofes;
  • Ausbau und Modernisierung der Kläranlage und des Abwassersystems der Stadt und seiner Ortsteile;
  • bleibende Verdienste um die stärkere Einbindung der Ortsteile an die Kernstadt und um die Vereinigten Sparkassen Weißenburg (u. a. durch die Errichtung der Sparkassen-Kulturstiftung zur Förderung des kulturellen Lebens im hiesigen Raum, s. o.) und nach deren Fusion mit der Sparkasse Roth-Schwabach um die neue Sparkasse Mittelfranken-Süd.

Mitgliedschaft in überregionalen Verbänden

Für die Arbeit als Oberbürgermeister und Kreisrat waren Reinhard Schwirzer außerdem folgende Arbeitsgremien wichtig:

  • Arbeitsgemeinschaft Fränkischer Oberbürgermeister (Gründungsmitglied)
  • nach der Gründung des Regionalen Planungsverbandes Ansbach Mitglied für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
  • Erlass der Naturparkverordnung für den Naturpark Altmühltal (einschließlich der damit verbundenen schwierigen Diskussionen)
  • nach der Gründung der Metropolregion Nürnberg bewusste Positionierung der Stadt Weißenburg Richtung Nürnberg
  • über zwanzig Jahre im Kulturausschuss des Bayerischen Städtetages (OB Schwirzer ist in dieser Funktion wiederholt als Referent in der Evang. Akademie in Tutzing/Obb. aufgetreten)
  • Mitgliedschaft in der Deutschen Limeskommission
  • Mitglied im Historischen Verein Mittelfranken
  • private Mitgliedschaft im Förderverein des Hauses der Bayerischen Geschichte

Die wichtigsten Veröffentlichungen von Reinhard Schwirzer

Neben zahlreichen Aufsätzen und Artikeln in verschiedenen Zeitschriften verfasste Schwirzer Monografien zu Persönlichkeiten und Ereignissen des Weißenburger Raumes in „villa nostra - Weißenburger Blätter für Geschichte, Heimatkunde und Kultur von Stadt und Weißenburger Land“ (WBl):

  • Karl Franz Leppa - ein vergessener Autor aus Böhmen. WBl, Heft 1/1992
  • Die Weißenburger Kirchweih von 1859 in New York. Bemerkungen zur Weißenburger Auswanderung in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Nordamerika. WBl 3/1999
  • Rudolf Rombs – 50 Jahre Bürger dieser Stadt. Der zeitgeschichtliche Hintergrund. Die Geschichte der Schwarzmeerdeutschen. WBl 3/2000
  • Die Emetzheimer Pfarrkirche „St. Johannes der Täufer“. WBl 2/2003
  • Gustav Ritter von Kahr (1862-1934), seine Familie und Weißenburg. Vor 70 Jahren wurde der ehemalige bayerische Ministerpräsident ermordet. WBl 2/2004
  • „Was ihr nach meinem Ableben aus mir machen wollt, ist mir gänzlich einerlei…“ Annäherung an Erwin Schulhoff. WBl 3/2005
  • „Morgen- und Abendopfer nebst andern Gesängen“ Johann Heinrich Wilhelm Witschel (1769-1847): fränkischer Theologe, Schriftsteller und Pädagoge – Pfarrer in Kattenhochstatt von 1819-1847. WBl 2/2006
  • Georg Friedrich Jacobi und sein „Kartoffelbuch“ – Eine Entdeckungsreise, in: Jacobis Kartoffelbuch von 1818, einschließlich dessen Redaktion zusammen mit Reiner Kammerl. Weißenburger Heimatbücher Band 13. Weißenburg 2006
  • Johann Leonhard Conrad und seine kleine Welt (1760-1848), in: Weimersheim um 1800. Die Welt des Johann Leonhard Conrad(1760-1848), bearb. von Ulrike Pierl und Reiner Kammerl, Weißenburger Heimatbücher Band 14. Weißenburg 2008
  • „Einsatz ausländischer Arbeitskräfte“. Bemerkungen zum Aufenthalt von „Fremd- und Zwangsarbeitern“ während des Zweiten Weltkriegs in der Stadt Weißenburg in Bayern. WBl 2/2008, Teilheft II

Im Ruhestand beschäftigt sich Reinhard Schwirzer trotz gesundheitlicher Probleme u. a. viel und intensiv mit Geschichtsthemen (z. B. über den „Weg in den NS-Staat – Weißenburg zwischen Monarchie und Machtergreifung“ oder die Entnazifizierung in Weißenburg).

Ehrungen

  • Bundesverdienstkreuz am Bande durch Bundespräsident Roman Herzog in Berlin am 22. Juli 1997. Daraus einige Textauszüge:

… Durch Ihr hohes persönliches Engagement haben Sie als Oberbürgermeister wesentlichen Anteil am außergewöhnlichen Aufschwung der Großen Kreisstadt Weißenburg i. Bayern. Sie setzten sich mit Nachdruck vor allem für die Stärkung des Zentralitätsgrads Ihrer Heimatstadt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und in der Region Westmittelfranken ein. Ein besonderes Anliegen ist Ihnen die Förderung des Wirtschaftsraums Weißenburg. ... In vielen Gesprächen mit der Wirtschaft haben Sie harte Überzeugungsarbeit geleistet und konnten dadurch in der industrieschwachen Region Arbeitsplätze sichern und ausbauen.... Während Ihrer Amtszeit konnten aufgrund Ihrer beispielhaften Einsatzbereitschaft zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen werden. Im Rahmen einer groß angelegten Altstadtsanierung und Verkehrsberuhigung haben Sie erreicht, dass die bisher getrennte Stadtverwaltung nunmehr auf einem zentralen Gebäude in der Stadtmitte untergebracht ist. ... Sie haben sich durch Ihr hohes persönliches Engagement um die Bürgerinnen und Bürger Ihrer Heimatgemeinde auszeichnungswürdige Verdienste erworben.

  • Medaille für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung in Silber durch den damaligen Bayerischen Staatsminister des Innern Dr. Günther Beckstein in München am 3. Juli 2006. Daraus folgende Textauszüge:

… Herr Oberbürgermeister Schwirzer hat die Geschicke der Stadt Weißenburg i. Bay. maßgeblich geprägt. Ein großes Anliegen war und ist Herrn Schwirzer die Verknüpfung der historischen Freien Reichsstadt mit dem Weißenburg von heute, einer Kommune, die sich im Laufe der Zeit dank des Einsatzes von Herrn Schwirzer zu einem bedeutenden Wirtschafts-, Schul- und Tourismusstandort im südlichen Mittelfranken entwickelt hat. Die systematische Altstadtsanierung und die Verkehrsberuhigung mit einem neuen Verkehrskonzept, insbesondere durch den Bau eines gebührenfreien Parkhauses, waren zentrale Maßnahmen der Stadtentwicklung. Unter seiner Führung wurde ferner das neue Rathaus umgebaut und erweitert und das alte gotische Rathaus saniert. Es entstanden ferner ein neues Feuerwehrhaus mit Umgestaltung der Schranne. Die Sanierung der Kläranlage, die Trinkwassererschließung „Kühlebach“ sowie die Neugestaltung der Schulviertel waren weitere wichtige Baumaßnahmen in seiner Amtszeit. Die Förderung des Wirtschaftsraumes Weißenburg durch gezielte Unterstützung des Handwerks ist Herrn Schwirzer besonders wichtig. Um der Wirtschaft Ansiedlungs- und Erweiterungsflächen zu bieten, wird derzeit mit erheblichem Aufwand das neue Gewerbegebiet westlich der Bahn erschlossen. Im kulturellen Bereich konnte durch Spenden von ca. 1,1 Mio DM, für die sich das Stadtoberhaupt persönlich eingesetzt hat, insbesondere ein Reichsstadtmuseum auf den Weg gebracht werden. Daneben wurde das Bergwaldtheater ausgebaut und das Römermuseum erweitert. Besonders hervorzuheben ist auch sein Wirken bei der Erhebung des Limes zum Weltkulturerbe. Durch seinen konsequenten Einsatz für die Beschaffung nicht unerheblicher Fördermittel konnte auch die sich über Jahrzehnte erstreckende Sanierung der Festung Wülzburg vorangetrieben werden. …

  • Bayerische Sparkassenmedaille in Gold (2007) als höchste Auszeichnung der Sparkassen.

Aus der Laudatio des Präsidenten des Sparkassenverbandes Bayern, W. Naser: „… Schwirzer ist ein scharfer Denker mit einer scharfen Zunge, der die Vereinigten Sparkassen Weißenburg … Anfang der 90er Jahre durch schwierige Zeiten geführt hat.“

Schlussbemerkung

Diese Bilanz ist zwangsläufig unvollkommen, weshalb es mehrmals heißt „zum Beispiel“. Sie soll aber andeuten, in wie vielen wichtigen Bereichen der ehemalige Oberbürgermeister die Stadt Weißenburg wesentlich nach vorne gebracht hat. Dazu gehören aber nicht nur Baumaßnahmen aller Art, sondern u. a. auch die Verhinderung solcher (vgl. kein Straßenausbau mit Schwerlastverkehr durchs Schambachtal, Verhinderung großflächigen Steinabbaus an für die Umwelt kritischer Stelle, Kauf der Bismarckanlage von der damaligen Bundesbahn, um den Bau eines Einkaufszentrums anstelle des alten Baumbestandes zu verhindern u. a.).

In Beurteilungen heißt es u. a. „Schwirzer übt sein Amt zweifellos im Stile eines Machers aus. Zielgerichtet, straff, gründlich und zügig werde gearbeitet, … auch wenn die Mitarbeiter manchmal unter der Ungeduld ihres Chefs stöhnen.“ (Uwe Ritzer, WT vom 7. März 1997)

„Schwirzer ... genießt selbst bei anderen Parteien ... Respekt als einer der wichtigsten, geradlinigsten und vorausschauendsten Köpfe im Landkreis.“ (Robert Renner, WT vom 7. März 2007)

"Prinzipientreu und konsequent - Reinhard Schwirzer ist sich in seiner Zeit als OB treu geblieben.... Es spricht ganz offensichtlich für das Klima in der Stadtverwaltung, dass es in den vergangenen Jahren so gut wie keine Beschwerden seitens der Personalvertretung gab." (Robert Maurer, WT vom 1. Mai 2008)

Die Texte der Ehrungen zeigen deutlich, welch wichtige Impulse von Herrn Schwirzer in seiner Zeit als Weißenburger Oberbürgermeister und als Kreisrat ausgegangen sind.

Quellen

  • Robert Renner in: Weißenburger Tagblatt vom 7. März 2007 und 7. März 2012, von Robert Maurer vom 1. Mai 2008 und von Uwe Ritzer vom 7. März 1997 und zahlreiche weitere Berichte im Weißenburger Tagblatt;
  • Informative Gespräche von Ulf Beier mit Reinhard Schwirzer am 20. März 2012, 9. August 2012 und 22. November 2012

Weblinks

Fußnoten

  1. Th. Biller: Architekturgeschichte einer Renaissancefestung