David Andreas Forstmeyer

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David Andreas Forstmeyer (* 3. Februar 1707 in Stein (bei Pforzheim), † 28. November 1771 in Weißenburg) war Stadtmusiker in Weißenburg. Nach seiner Jugendzeit, die er auf der Wülzburg verbrachte, übernahm er die Stelle des Stadtmusikers in Weißenburg. Drei seiner Söhne waren ebenfalls als Musiker tätig.

Leben

David Andreas war der ältere der beiden Söhne des markgräflich-ansbachischen Offiziers Andreas Forstmeyer. Dieser wurde im Alter von 18 Jahren vom damaligen Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach zwangsrekrutiert und versah in der Folge im Rahmen des Spanischen Erbfolgekriegs Dienst an den Schlachtfeldern am Oberrhein. 1710 wurde Forstmeyer auf die Wülzburg versetzt, wo er mit seiner Familie, Frau und vier Kindern, wohnte. Nach der Versetzung des Soldaten im Jahr 1732 blieb David Andreas in der Region. Noch während des väterlichen Aufenthalts auf der Festung war er zunächst als Substitut bey hießigem Stadtmusikanten tätig, im Mai 1728 wurde er mit Genehmigung des Weißenburger Rates offiziell dem Stadtmusikus Johann Thomas Preu als Geselle mit der Aussicht, dessen Nachfolge anzutreten, zur Seite gestellt. Nach dem Ableben seines Vorgängers im Jahre 1742 konnte David Andreas Forstmeyer die 14 Jahre zuvor in Aussicht gestellte Nachfolge im Amt des Stadtmusikus antreten. In einer Urkunde aus dem Jahr 1748 bezeichnete er sich selbst als Musicus Instrumentalis in den Heyligen Römischen Reichs Stadt Weißenburg am Nordgau. Bereits 1730 hatte Forstmeyer die Weißenburger Bürgertochter Eva Maria Wechsler geheiratet, mit der er deren Elternhaus in der heutigen Inneren Türkengasse, Hausnummer 5, bewohnte. Neben seiner Tätigkeit als Musiker ist auch eine Betätigung als Saifensieder und Lichtermacher dokumentiert. Mit der daraus entstandenen Zunftzugehörigkeit in einem "ordentlichen" Handwerksberuf erlangte er eine Absicherung, auf die er als nicht-zunftorganisierter Musiker nicht hätte zurückgreifen können. Der Ehe mit Eva Maria Wechsler entstammten 14 Kinder, die zwischen 1730 und 1756 zur Welt kamen.

Der Musiker

Von David Andreas Forstmeyer für seinen Sohn Andreas Ehrenfried ausgestellter Lehrbrief

Über die musikalische Tätigkeit des Stadtmusikers in Weißenburg ist wenig bekannt. Insbesondere lässt sich nicht nachweisen, mit welchen Instrumenten er in der Reichsstadt wirkte. Eigene Kompositionen lassen sich ebenfalls nicht nachweisen. Am greifbarsten ist sein Wirken als Musiklehrer. Der älteste seiner Söhne, der nachmalige Hofmusiker am Hof des Markgrafen von Baden Andreas Ehrenfried durchlief zwischen 1743 und 1748 eine Ausbildung zum Musicus bei seinem Vater. Am 21. August 1748 bescheinigte der Stadtmusiker zusammen mit einem Gremium, das sich aus Musikern, darunter die HoffMusici in Ellingen Johann Christoph Schmitt und Franz Anton Wengler sowie deren Kollege aus der Oettingen-Wallersteinschen Hofkapelle Johann Georg Andreas Greiß und musikalisch bewanderten Honoratioren der Stadt zusammensetzte, in einem „Musiker Lehrbrief“, dass Andreas Ehrenfried die wohl privilegirte löbliche freye Kunst und Musicam instrumentalem legitimo modo erlernet. Auch wenn sich entsprechende schriftliche Quellen nicht erhalten haben, ist davon auszugehen, dass mindestens zwei weitere Söhne eine musikalische Ausbildung bei ihrem Vater erhielten: Georg Christian (* 1740, † 1804), der 1771 die Nachfolge seines Vaters als Stadtmusiker antrat sowie David Andreas jun. (* 1753), für den sich ab 1794 eine Betätigung als Musikmeister am Pädagogium zu Pforzheim nachweisen läßt.

Weblinks